Galapagos – die ersten Tage im tierischen Paradies

 Schlag auf Schlag geht es weiter. Ein Highlight jagt das nächste. Nicht nur wird unser Sinnesverarbeitungszentrum aufs höchste beansprucht auch fahren unsere Gefühle zwischenzeitlich ein wenig Achterbahn. Denn obschon die Reise nach Quito alles andere als einfach war, geht nun ein absoluter Traum in Erfüllung. Es ist bereits mehr als vier Jahre her, als wir zu Hause in unserem Wohnzimmer unsere allererste Pinnnadel auf unserer Weltkarte platzierten. Pinnnadeln die unsere Träume widerspiegelten. Eine Weltkarte die uns jeden Tag aufs neue veranschaulichte welche Ecken dieser Welt wir entdecken wollen. Und nun mehr als vier Jahre später ist es also soweit. Wir verabschieden uns vom Festland, reisen mit Flugzeug hinaus auf den Pazifik, auf eine Inselgruppe, welche das Herz eines jeden Tier- und Naturliebhabers höher schlagen lässt. Das Galapagos-Archipel – ein Traum der in Erfüllung geht!

Ein kurzer zweistündiger Flug bringt uns vom Festland aus, auf das Vulkan-Archipel inmitten des Pazifischen Ozeans gelegen. Wir wissen ja bereits, dass der Besuch der Galapagos-Inseln ein riesiges Loch in unser Budget reissen wird, dennoch verstehen wir schlicht nicht, weshalb von Touristen eine soviel höhere Nationalparkgebühr verlangt wird. Während die Ecuadorianer ganze 6 USD bezahlen, müssen wir als Touristen schlappe 100 Dollar berappen. Es ist ein Ärgernis, dass uns bereits auf der ganzen Reise verfolgt und wir uns in keinster Weise damit anfreunden können. Der Ärger über die Touristenabzocke allerdings ist schnell vergessen, denn kaum auf der Insel Baltra angekommen steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Vom Flughafen aus nehmen wir einen ersten Bus, setzen von der Insel Baltra aus mit einem kleinen Boot auf die Insel Santa Cruz über und fahren schliesslich mit einem letzten Bus nach Puerto Ayora in den Hauptort der Insel Santa Cruz.

Ohne etwas im Voraus gebucht zu haben, sind wir auf die Inseln gereist. Nicht nur bleiben wir so unserem mehr oder weniger spontanen Reisestil treu, auch hätten wir uns eine vorgebuchte Schiffsreise kaum leisten können, sind die Angebote die bereits Monate vorher offeriert werden doch exorbitant teuer. Einmal mehr also verwandeln wir uns daher in Schnäppchenjäger und versuchen vor Ort einen für uns angemessenen Deal zu finden resp. auszuhandeln. Und sollte ein Liveaboard budgettechnisch dennoch nicht drin liegen, kann man die Inseln auch gut auf eigene Faust bereisen. Wir allerdings suchen in erster Linie das „richtige“ Galapagos-Abenteuer und so nutzen wir die ersten Tage um uns nach Last-Minute-Angeboten umzusehen. Obschon wir uns mitten in der Hauptsaison befinden, werden derartige Angebote zuhauf offeriert. Und tatsächlich finden wir mit Jessica einer Touragentin eine seriöse Ansprechpartnerin, die uns einen nicht ganz so schlechten Deal auf einem Luxusschiff aushandelt. Yay, ein weiterer Traum geht in Erfüllung! Bis zu unserer Abreise per Schiff allerdings bleiben uns noch einige Tage und die kann man problemlos rund um den Hauptort der Insel verbringen. Denn was das Tierische anbelangt, hat bereits diese so einiges zu bieten.

Galapagos!!

Man braucht lediglich der Promenade des Ortes Puerto Ayora entlang spazieren, schon trifft man auf Getier der verschiedensten Art. Wahrhaftig muss man die Tiere hier nicht suchen, dennoch allerdings mit offenen Augen durch den Ort spazieren, ist die Gefahr auf eines der Tiere zu stehen nämlich durchaus gross. Während sich auf der einen Seite des Trottoirs ein Pelikan ausruht, wärmen sich gleich nebenan unzählige Meerechsen in der prallen Sonne auf und nur wenige Meter weiter gönnt sich ein süsser kleiner Seehund ein wohlverdientes Nickerchen. Knallrote Krebse knabbern sich genüsslich durch die Algen am Ufer des Meeres und ein Galapagos-Krabbenreiher sucht begierig das Meer ab. Man könnte meinen wir hätten Tage gebraucht, all diese Tiere zu sehen, vielmehr handelt es sich hierbei aber um eine kurze Zeitspanne von weniger als 15 Minuten. Es ist schlicht der Wahnsinn, was der kleine Ort bereits alles für uns bereit hält.

Tatsächlich kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und das Strahlen nimmt uns auch so schnell niemand wieder. Unser ganz persönliches Highlight allerdings finden wir am kleinen, an der Promenade gelegenen Fischmarkt. Dort wo jeden Tag, morgens und nachmittags die Fischer ihre Beute entladen und sogleich den Tagesfang ausnehmen, tummeln sich die etwas fauleren unter den gefrässigen Tieren. Seehunde mischen sich zwischen die Frauen, die die Fische ausnehmen, immer in der Hoffnung eine Kleinigkeit abzubekommen. Es ist ein Schauspiel, dass stundenlang beobachtet werden kann.

Aber auch etwas weiter westlich, am Pier, wo neben den Taxibooten auch sämtliche grossen Schiffe an- und ablegen, werden wir von der Tierwelt überrascht. Während wir uns abends ein erfrischendes Bierchen auf dem Pier sitzend gönnen, tummelt sich um uns herum so einiges an Getier. Nicht nur macht sich mindestens ein kleiner frecher Seehund auf einer Bank gemütlich, auch tauchen unter uns im Wasser plötzlich Goldrochen auf, die zwischen kleinen Riffhaien um den Pier schwimmen.

Erwähnt man die Galapagos-Inseln kommen den meisten als erstes die bekannten riesigen Galapagos-Landschildkröten in den Sinn, für welche das Archipel bekannt ist. Obschon man diese auch ohne Probleme in der freien Natur zu sehen bekommt, statten wir der bekannten Charles Darwin Research Station einen Besuch ab. Neben der wissenschaftlichen Erforschung der einzigartigen Artenvielfalt, besteht das Ziel der Research Station auch darin die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung und der Besucher zu fördern um dieses fragile Ökosystem nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. So erhält man hier jede Menge interessante Informationen über die faszinierende Flora und Fauna der Inselwelt. Ebenfalls in dieser Station befindet sich da „Centro de Crianzo“, die Brutstation der Galapagos-Schildkröten. Hier wachsen die behäbigen Riesen vom Ei bis zur 1.5 Meter grossen Schildkröte heran. Sind sie gross genug, werden sie im Alter von rund vier Jahren in die Freiheit entlassen. Tatsächlich sind die Galapagos-Schildkröten noch heute vom Aussterben bedroht, gegen welches die Charles Darwin Research Station mit guten Resultaten vorgeht. Und obschon die Aufzucht der Schildkröten grundsätzlich sehr erflogsversprechend verläuft, gibt es auch die weniger erfolgreichen, ja fast schon traurigen Geschichten. So war „Lonesome George” beispielsweise als Landschildkröte der Isla Pinta der letzte seiner Art, eine Kreuzung mit anderen Arten war bis zu seinem Tod im Jahr 2012 leider nicht erfolgreich.

Landechse, die ebenfalls in der Research Station aufgezogen werden

Galapagos-Schildkröten (alles Männchen by the way…)

Aber nicht nur die Charles Darwin Research Station selbst entzückt, auch die in der Nähe der Aufzuchtstation gelegenen Buchten laden zu einem Besuch ein. Die rauhe See klatscht gegen die Vulkangesteine. Überall tummeln sich währenddessen die Meerechsen, welche sich während des Tages immer mal wieder in der Sonne aufwärmen müssen. Wir geniessen die Augenblicke und sind bereits jetzt schlicht platt, der grossen Vielfalt wegen!

Am letzten Tag schliesslich meint es das Wetter, das der rauhen See bislang Konkurrenz gemacht hat, gut mit uns. Die Sonne strahlt und so entscheiden wir uns für einen Spaziergang zur nahegelegenen Tortuga-Bay. Der etwa 45-minütge Weg führt erst durch einen kleinen, etwas dürren Wald, voll mit kleinen Echsen….

..bis man schliesslich einen wunderschönen, breiten, weissen Sandstrand erreicht. Obwohl das Meer und der dazugehörige Strand geradezu zum Baden einladen, ist davon abzuraten, gilt die Strömung in diesen Gewässern als äusserst gefährlich.

Galapagos Beach

Auch sonst gibt es wie überall auf den Inseln Schilder, die den Zugang verbieten. Nur der ein oder andere Inselbewohner scheint sich an diese Regeln nicht ganz so zu halten..

Gemütlich schlendern wir entlang des weissen Sandstrandes, vorbei an Mangroven bis wir schliesslich die Tortuga-Bay erreichen.

Mangroven am Ende der Bucht

Es ist ein wahnsinnig schöner Anblick. Inmitten der atemberaubenden Natur mit unzähligen wildlebenen Tieren die einfach so mir nichts dir nichts den Weg kreuzen.

Unsere Erwartungen waren gross. Dennoch haben uns die ersten Tage derart überrascht, dass die Lust auf das was kommt, noch um Welten gestiegen ist. Und obschon auch hier die Tierwelt nicht mehr derart ausgeprägt vorhanden ist, wie noch vor einigen Jahren, sind wir entzückt von der Vielfalt und Menge der tierischen Einwohner der Hauptinsel des Archipels. Ein Start der sich durchaus sehen lässt und vorallem ein Start der Lust auf mehr macht….

Ein Gedanke zu “Galapagos – die ersten Tage im tierischen Paradies

  1. Hallo ihr beiden, schön von eurem Südamerika – Abenteuer zu lesen. Da ist ja tierisch was los bei euch 😀 Einfach irre! Die Galapagos Inseln stehen bei uns auch ganz weit oben auf der Liste. Wir sind sehr gespannt auf den zweiten Teil!

    Liebe Grüße aus Tokio,
    Conny und Daniel

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