¿Hablas español? – Wir lernen Spanisch in San Pedro La Laguna

 

„Buenas dias! ¿Como estan? Soy Sebastian y ustedes vivirán en nuestra familia durante las próximas semanas!“, begrüsst uns unser Gastvater freundlich, während er uns durch die Strassen unseres neuen Zuhauses San Pedro La Laguna am Ufer des wunderschönen Lago di Atitlan inmitten Guatemalas gelegen, führt. Obwohl wir bereits Spanischunterricht in der Schweiz genommen haben, dauert es nicht lange bis wir merken, mit unserem gebrochenen Kauderwelsch kommen wir hier nicht wirklich weiter. Natürlich kann man sich auch in Zentral- und Südamerika ohne Spanischkenntnisse mithilfe beider Hände und Füsse durchschlagen, wir aber möchten tiefer in die Kultur eintauchen, mit Menschen in Berührung kommen und schlicht verstehen, was unser Gegenüber uns zu erklären versucht. Und so kommt es, dass auch wir seit langem wieder einmal die Schulbank drücken, lernen als gäbe es kein Morgen mehr und eine fantastische Zeit in einer herzenslieben Familie verbringen dürfen.


Dass Gastfreundschaft in der Familie Ixmata gross geschrieben wird, erfahren wir nicht nur beim herzlichen Empfang Sebastians, der uns extra von der Schule abholt, nein auch unsere Gastmutter Rosa empfängt uns überaus herzlich. „In den nächsten Wochen seit ihr wie meine Kinder!“, begrüsst uns unsere „Mamá Guatemalteca“ und schliesst uns herzlich in die Arme.

Rosa vor unserem temporären Zuhause in San Pedro La Laguna

Nicht nur müssen wir uns an unser Studentenleben erstmal wieder gewöhnen, auch werden wir kulinarisch verwöhnt wie schon lange nicht mehr. Gibt es für uns auf Reisen meist nur Frühstück und Abendessen, gilt diese Herausforderung vor allem unseren Mägen. Rosa, für welche das Kochen die absolute Lieblingsbeschäftigung ist, verwöhnt uns mit reichhaltigem Frühstück, Mittag- und Abendessen. Nicht einmal in der gesamten Zeit wird uns zweimal das Gleiche serviert, tatsächlich haben wir mit unserer Familie in San Pedro den Jackpot gezogen.

Aber natürlich besteht unser Alltag nicht nur aus Essen, vielmehr sind wir hier um Spanisch zu lernen. Täglich sitzen wir während vier Stunden in der „Community Spanish School“, geben unser Bestes, lernen neue Vokabeln, tun uns mit den verschiedenen Zeitformen schwer und lassen unsere beiden Lehrer nicht nur einmal fast verzweifeln. Aber auch wir geraten an unsere Grenzen. Sind wir zum einen das Lernen, während Stunden strengste Kopfarbeit nicht mehr gewöhnt, fordert der von uns gewählte eins zu eins Unterricht vollste Konzentration während der gesamten vier Stunden. Ist es zum einen schön, wieder einen vorübergehenden geregelten Alltag zu haben, sind wir derart erschöpft wie schon lange nicht mehr. Und so kommt es, dass wir fast alles was wir uns für die Wochen in San Pedro zu Beginn noch vorgenommen haben, ersatzlos streichen, uns völlig übermüdet bereits um 21:00 Uhr schlafen legen um frühmorgens in den nächsten Tag zu starten. Nur wie genau sieht unser Alltag hier aus?

Kaum blicken morgens die ersten Sonnenstrahlen über die Bergkämme klingelt unser Wecker. Bereits um 06:30 Uhr nämlich beginnt unser Tag. Wir machen uns schulfertig, packen unsere sieben Sachen, stärken uns mit einem ausgewogenen Frühstück, bevor wir uns um 7:40 Uhr auf den Weg in die Schule machen. Unser Zuhause liegt etwas nach hinten versetzt nahe des Dorfkerns von San Pedro La Laguna. So marschieren wir täglich durch den Markt, wo bereits frühmorgens ein emsiges Treiben herrscht.

Markt von San Pedro La Laguna

Das kleine Areal unserer Schule befindet sich schliesslich an bester Lage direkt am See. Ein schöner Garten umgibt das Gelände, kleine mit Strohdächern überdachte Plätze dienen als Klassenzimmer. Wir fühlen uns von Anfang an pudelwohl, nicht nur der schönen Umgebung wegen, vielmehr ist es die familiäre Atmosphäre mit den allseits netten Lehrern, welche uns gefällt.

Die Pausen schliesslich lassen sich perfekt in der Sonne am Ufer des Sees mit traumhaften Blick auf die umliegenden Berge geniessen.

Aussicht vom Klassenzimmer, resp. „Pausenplatz“

Mit unseren beiden Lehrern Francisco und Francisco (ja sie haben’s uns einfach gemacht!) haben wir zudem einen weiteren Glücksgriff gezogen. Mit viel Geduld versuchen sie uns mit viel Spass und Freude, gleichzeitig aber auch fordernd, in die Kunst der spanischen Sprache einzuführen. Und tatsächlich merken wir relativ schnell, dass wir Fortschritte erzielen. Ausschliesslich spanisch zu sprechen, sei es in der Schule, zu Hause in der Familie aber auch mit anderen Schülern kann unglaublich ermüdend sein und trotzdem ist es wohl genau diese Kombination die uns die kleinen Erfolge bringt.

Los mejores maestros, Francisco y Francisco!

Nach vier Stunden harter Arbeit schliesslich marschieren wir mit Hausaufgaben gefüllten Schulsäcken zurück nach Hause, wo Rosa bereits mit einem feinen Mittagessen auf uns wartet. Nachmittags schliesslich haben wir Freizeit, nur eben ist auch diese Zeit meist etwas limitiert, brauchen wir nämlich erstmal ein kurzes Mittagsschläfchen bevor wir uns Zuhause oder an einem gemütlichen Ort an unsere Hausaufgaben machen.

Hausaufgaben

Am späten Nachmittag schliesslich bietet die Schule verschiedene Aktivitäten an, an welchen die Schüler teilnehmen können. Auch wir wohnen den meisten dieser Aktivitäten bei, ist dies doch eine weitere Möglichkeit unser Spanisch weiter zu verbessern, resp. neues über die Kultur Guatemalas, insbesondere San Pedros zu lernen. Einmal tanzen wir Salsa, ein anderes Mal kochen wir zusammen Tamales, eine einheimische Köstlichkeit aus Mais gefertigt oder wir lernen über die Maya-Medizin interessante Details. Mein persönliches Highlight war aber definitiv der Besuch einer Familie welche Schokolade herstellt – ja wen wundert’s –  und diese im Dorf verkauft. Obwohl nicht mit meiner Lieblingsschokolade zu vergleichen, schmeckt natürlich auch die Chocolate Guatemalteco vorzüglich! 🙂

Jeden Abend schliesslich kehren wir pünktlich nach Hause zurück um zusammen mit der ganzen Familie zu Abend zu essen. Mit Ivan, dem einen Sohn der Familie, der noch die hiesige Schule besucht, Rosa und Sebastian plaudern wir über den Tag, über das Erlebte, lachen zusammen und erfreuen uns jeden Tag aufs Neue über die unglaubliche Gastfreundschaft. Dass die Familie tatsächlich Freude daran hat, Studenten ein Zuhause zu bieten, merken wir täglich an der vielen Zeit, welche die gesamte Familie für uns opfert. So plaudern wir nach dem Abendessen fast täglich noch während weiteren zwei Stunden und Sebastian lehrt uns gleichzeitig noch das ein oder andere wichtige, lustige, oder versaute, unnütze Vokabular, über welches wir heute noch schmunzeln müssen. „Mit Sebastian habt ihr einen zweiten Lehrer“, meint Rosa bereits zu Beginn schmunzelnd und auch ein wenig stolz zu uns. Und tatsächlich steht Sebastian mit Stolz und Freude vor seinem Whiteboard um uns bei unserem kleinen Spanischstudium zu unterstützen!

Sebastian unser zweiter Lehrer! 🙂

San Pedro hat unser Herz in den wenigen Tagen im Sturm erobert. Nicht nur haben wir uns über den geregelten Alltag gefreut, auch durften wir eine überaus nette Familie kennenlernen, mit welcher wir noch viele weitere spannende Dinge erleben durften. Dazu aber später mehr…

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