Isla Holbox – Karibikflair in Mexiko

 

Nachdem uns der Bundesstaat Chiapas nochmals eine ganz andere Seite Mexikos gezeigt hat, uns zugleich einen Vorgeschmack darauf gegeben hat, was im südlichen Nachbarn auf uns wartet, nähern wir uns langsam aber sicher der Halbinsel Yucatan, dem touristisch wohl erschlossensten Teil Mexikos. Obwohl Karibikstrände, türkisfarbenes Meer und eine wunderschöne Küste auf uns warten, sind wir zugleich auch ziemlich skeptisch. Auf Disneyland-Tourismus haben wir nämlich so gar keine Lust, trotzdem aber ziehen uns zwei ganz spezielle Orte auf die berühmte Halbinsel Mexikos.

Von Palenque aus machen wir uns auf den Weg in Richtung Yucatan, mit unserem ersten Ziel, die Isla Holbox. Wenn wir in Mexiko allerdings etwas unterschätzt haben, dann ist es wohl zweifellos die Grösse des Landes. Mexiko ist riesig, entsprechend gross sind auch die Distanzen, welche zwischen den einzelnen Ortschaften zurückgelegt werden müssen. Kurzerhand entscheiden wir uns aufgrund dessen, die lange Anreise zu unterbrechen und der schönen Konolialstadt Mérida und gleichzeitigen Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan einen Kurzbesuch.


Prachtvolle Bauten, wunderschöne Herrenhäusern, gepflasterte Strassen und saubere, gepflegte Parks – Merida strahlt einen ganz anderen Charme aus, als das bisher Gesehene. Die Stadt, welche einst aufgrund eines Sisalbooms die Einwohner zuhauf zu Millionären machte, protzt noch immer mit schicken Bauten. Aus der ärmsten Gegend Mexikos, dem Bundesstaat Chiapas kommend, fühlen wir uns zu Beginn etwas fehl am Platz. Und dennoch täuscht der erste Eindruck auch hier. Diverse Herrenhäuser stehen leer, unfertige Bauten zieren das Stadtbild ausserhalb des Centros – die aufstrebensten Tage hat Mérida wohl hinter sich. Und trotzdem gefällt die Stadt. Auf der Plaza de Independencia treffen sich Jung und Alt, sowohl Touristen wie auch Einheimische. Ein Ort, den wir nicht nur einmal ansteuern. Gleich nebenan ziert die mächtige Kathedrale mit ihrer hohen Renaissancefassade den Platz, welche auf den Resten eines zerstörten Mayatempels steht. Auch tauchen wir hier erneut in eine total andere Kultur ein. Die Einwohner sprechen wiederum eine andere Sprache, resp. einen anderen Dialekt, die Kleidung der Menschen ist andersartig, die Lieder, die Musik – so viele Unterschiede, welche  uns erneut aufzeigen, wie facettenreich dieses Land doch ist.

Stets pflegen wir nach kulturellen, äusserst interessanten Tagen wieder eine Pause einzulegen, um die Reisemüdigkeit in Grenzen zu halten. Die Insel Holbox nahe der Karibikküste gelegen, bietet sich dafür perfekt an.

Als unberührtes kleines Inseljuwel wird die Isla Holbox im Internet als auch in sämtlicher Reiseliteratur gehandelt. Nun, so unberührt wie angegeben, ist sie wohl längst nicht mehr, und dennoch bietet die 20 Km lange und nur 2 Km breite Insel einen perfekten Platz um die Seele ein wenig baumeln zu lassen, die Tage ohne viel Action zu geniessen, denn spätestens hier gilt es auf Relax-Modus umzuschalten. Durch die Lage zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik ist das Wasser nicht ganz so türkisfarben wie entlang der Riviera Maya. Trotzdem machen die unzähligen Palmen, die den Strand säumen das Bild nahezu perfekt, wäre da nur nicht das haufenweise angeschwemmte Seegras, welches das Bild ein wenig verschandelt. Ja, nörgeln auf hohem Niveau, das können wir! 😉

Die Tage auf der Insel plätschern gemächlich vor sich hin. Wir unternehmen Spaziergänge entlang des schier endlos wirkenden Strandes und erkunden das kleine Dörfchen mit seinen vielen kleinen Gassen. Die Füsse sind innert Sekunden weiss und überholt uns dann doch mal ein Fahrrad wirbelt es den mit Sand bedeckten Boden auf, denn Strassen gibt es auf der ganzen Insel keine.

Ebensowenig gibt es hier Autos, Fortbewegungsmittel sind Fahrräder oder kleine Golfcarts. Entsprechend geniessen wir das Spazieren ohne nervigen Verkehr, hastigen Ausweichmanövern und Beinahecrashs mit unvorsichtigen Verkehrsteilnehmern. Die gesamte Atmosphäre auf der Insel ist ein wenig laid-back, genau nach unserem Gusto.

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Braucht man dann doch einmal noch etwas mehr Entspannung, kann man sich kurzerhand in eine der unzähligen Hängematten mitten im Meer legen, die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und sich ganze einfach des Lebens erfreuen.

Aber nicht nur der Strand und die spezielle Ausstrahlung der Insel vermögen uns zu überzeugen, auch die hiesige Tierwelt entzückt. Von ca. Mai bis September kann man hier wunderbar Walhaie beobachten und auch Schildkröten nisten sich auf der Insel kurzzeitig ein, um ihre Eier zu legen. Nur haben wir uns für beides leider die falsche Jahreszeit ausgesucht.

Tiere die uns allerdings täglich begegnen, mit welchen wir Strand, Steg und Meer teilen, sind die wunderschönen, eleganten Pelikane. Es macht Freude den Pelikanen bei der täglichen Futtersuche über dem Meer zuzuschauen, mitanzusehen, wie sie sich pfeilgerade ins Meer stürzen um nur Sekunden später mit einem Fisch im riesigen Schnabel wieder davon fliegen.

Version 2

Auch kommen wir hier auf der Insel das erste Mal mit den auf der Halbinsel Yucatan heimischen Iguanas in Kontakt. Durften wir uns bisher ausschliesslich an kleinen Echsen und Geckos erfreuen, treffen wir hier das erste Mal auf die etwas grösseren Exemplare. Keine zwei Meter von uns entfernt spazieren diese grossen Leguane an uns vorbei, wärmen sich in der Sonne auf um anschliessend wieder im Dickicht zu verschwinden.

Die Tage auf der Insel fühlen sich schon fast an wie Urlaub. Wir lassens uns gut gehen, kühlen uns im Meer von der heissen Mittagssonne ab, spazieren entlang des Strandes und lassen die Seele baumeln. Der Zeitpunkt könnte daher perfekter gar nicht sein, als uns nämlich eine weitere Spende erreicht. Dank einer „All-in-One“-Spende dürfen wir anstelle eines Dorms (die Preise sind nämlich deutlich teurer) in einem Apartment schlafen (wovon wir leider kein Foto gemacht haben), dürfen ein Bier am Strand geniessen und bestellen uns beim Taco- resp. Burrito-Mann unseres Vertrauens den grössten Burrito auf der Karte! Ja so lässt sich’s leben!

Vielen lieben Dank Christine und Stefan!! 🙂

Die Isla Holbox, obwohl nicht mehr ganz so unberührt wie erwartet, gefällt uns trotzdem, weshalb wir unseren Aufenthalt kurzerhand verlängern und uns gleich eine ganze Woche auf der kleinen Insel einnisten. Letzten Endes sind wir nämlich doch positiv überrascht, wissen aber, dass die Insel vom grössten Touristenzirkus wohl bisher (noch) verschont geblieben ist.

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