Oaxaca – Reise durch den facettenreichen Bundesstaat

Tatsächlich erlebten wir in den letzten Tagen hier in Mexiko des Öfteren die sogenannte Liebe auf den ersten Blick. Mexiko als Ganzes hat unser Herz in den ersten Tagen bereits erobert, Guanajuato die farbige Stadt in der gleichnamigen Sierra hat uns gar regelrecht verzaubert. Die Messlatte liegt hoch, entsprechend schwieriger wird es uns fortan zu überzeugen resp. zu begeistern. Und dennoch sind wir zuversichtlich, haben wir von unserem nächsten Ziel doch fast ausschliesslich gutes gehört. Relaxte Atmosphäre, Streetart mit kunterbunt bemalten Häusern, spannende Kultur, schöne Architektur, super Essen, freundliche Menschen und das alles eingebettet in einer wunderschönen Landschaft inmitten der Sierra Madre de Oaxaca- eigentlich alles was man braucht um glücklich zu sein, und trotzdem gilt es wie immer keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, sondern alles erstmal selber zu erleben. Vamos a Oaxaca!

Ein schier endlos langer Bustag mit einmal umsteigen im Riesenmoloch Mexiko City bringt uns von Jalisco in den Bundesstaat Oaxaca. Obwohl wir äusserst komfortabel reisen, zieht sich die Anreise unglaublich in die Länge. Die nette Gesellschaft eines älteren mexikanischen Mannes verkürzt uns die lange Reiserei aber auf schöne Art und Weise. So erzählt er uns während der Fahrt spannendes über sein Land, während wir vorbei an atemberaubenden Canyons, riesigen Kakteen mitten durch die Sierra Madre kurven.


Unser erstes Ziel, die gleichnamige Stadt Oaxaca, ist eine verhältnismässig kleine, kulturell reiche und wie auch bereits Guadalajara und Guanajuato eine kolonial angehauchte Stadt. Auch hier reihen sich bunte Häuserfassaden an  zahlreiche wunderschöne Kirchen. Lebhafte Plätze befinden sich inmitten des historischen Kerns, dort wo sich das eigentliche Zentrum, der Zocalo befindet. Wir lassen uns wie so oft treiben, verlieren uns in den Strassen, beobachten, staunen, geniessen.

Oaxaca ist aber nicht nur für seine wunderschöne koloniale Architektur, seine Kirchen und Museen bekannt, nein, Oaxaca ist auch ein Fest der Sinne. Denn auch kulinarisch kommt man hier auf seine Kosten. Die Region Oaxaca nämlich ist unter anderem bekannt für sein riesiges Mole-Angebot und den typischen Oaxaca-Käse. „Mole“, eine spezielle dunkle Sauce hergestellt aus diversen Gewürzen, Chillis und ungesüsster Schokolade wird meist mit Enchiladas serviert und trifft leider nicht ganz so unseren Geschmack. Wir konzentrieren uns daher lieber auf den Käse. Obwohl wir uns andere Arten von Käse gewöhnt sind, lieben wir den zähen Oaxaca Käse, der hier tatsächlich in fast jedem Gericht zu finden ist. Überhaupt sind wir einmal mehr überwältigt von der unglaublichen Vielfalt der hier angebotenen Speisen. Jede Region in Mexiko scheint ihre eigenen Spezialitäten zu haben, entsprechend spannend bleibt die Erkundungstour durch den Markt. Auf dem „Mercado 20 Noviembre“ nämlich spielt sich auch das meiste lokale Leben ab. Mit allen Sinnen geniessen wir den Gang  über den Markt, wo es derart viel Auswahl gibt, das es tatsächlich schwer fällt zu entscheiden, welch Köstlichkeit denn als nächstes probiert werden soll.

Ein ganz spezieller Duft begleitet uns aber bereits durch den ganzen Markt hindurch, der Duft der frisch gebackenen Tlayudas. Hierbei handelt es sich um eine Maistortilla, die belegt und geröstet wird. Der Belag ist grenzenlos kombinierbar und besteht aus einer Mischung von verschiedenen Salsas, wie zum Beispiel Guacamole, Bohnenmus und Chilisalsa sowie weiteren Zutaten wie Fleisch oder Heuschrecken. Aufgrund ihres Aussehens wird sie oft auch als mexikanische Pizza gehandelt, obwohl eine Tlayuda geschmacklich herzlich wenig mit einer Pizza zu tun hat.

Ja, und dann gibt es in Oaxaca eben noch die eine weitere Spezialität. Tatsächlich habe ich mich bis zum letzten Tag dagegen gewehrt, nach ungläubigen Blicken, verstörten Reaktionen der Einheimischen mich letzten Endes dann aber doch dazu entschieden das hier so berühmte Lokalgetränk, den Mezcal zu probieren. Mezcal ist dem Tequila ziemlich ähnlich, trotzdem gibt es kleine aber feine Unterschiede wie die Art der Agave, die unterschiedliche Herstellung sowie die verschiedenen Zusatzstoffe und Gärung. Trinken kann man diesen Schnaps in den vielen Mezcalerias, welche sich über die ganze Stadt verteilen. Und so wagen auch wir uns in einer dieser Bars und bestellen den uns empfohlenen Mezcal. Als hätte ich’s geahnt, müssen wir leider auch diesem Agaventrunk eine Abfuhr erteilen, denn schmecken tut uns auch der Mezcal nicht. Mag vielleicht auch einfach daran liegen, dass ich keinen wirklichen Unterschied zum Tequila finden kann… erzählt dies nur bloss keinem Mexikaner…. 😉

Zugegebenermassen haben wir die Zeit in Oaxaca bislang mehrheitlich dem kulinarischen anstelle dem kulturellen Teil gewidmet. Allerhöchste Zeit also auch noch etwas Kultur mit ins Programm zu packen. Auf dem Monte Alban, in unmittelbarer Nähe zu Oaxaca, findet sich die ehemalige Hauptstadt der Zapoteken. Die Ruinen lassen sich gemütlich in einem halben Tag besuchen und bieten neben den äusserst spannenden geschichtsträchtigen Bauten auch einen gigantischen Blick über die Stadt und deren Umland.

Obwohl ziemlich trocken, sind wir neben den Ruinen, beeindruckt von der uns gebotenen Kulisse und wollen noch mehr davon sehen. So fahren wir einige Tage später erst mit dem Bus bis nach Mitla und anschliessend weiter mit einem Taxi Colectivo (ein Taxi, in diesem Fall ein Pickup, mit einer festen Route, das erst losfährt wenn es voll ist) hinaus zu den Wasserpools „Hierve el Aqua“. Bereits die Fahrt, wenn auch zusammengepfercht auf der Ladefläche des Pickups, ist das reinste Abenteuer. Wunderschöne, reizende Ausblicke eröffnen sich uns je höher wir steigen.

Am Zielort angekommen geniessen wir das wunderschöne Panorama. Die inmitten in der traumhaften Natur gelegene Felsformation ist tatsächlich ein Hingucker, besonderes Highlight allerdings sind die natürlichen mineralischen Quellen, die dermassen spektakulär am Abhang liegen, dass der beste Infinity-Pool eines Luxushotels dagegen keine Chance hat.

Die Woche in Oaxaca-Stadt und der angrenzenden Umgebung vergeht auch hier wie im Flug und dennoch wollen wir den Staat Oaxaca nicht verlassen ohne nicht auch noch der rauhen Pazifikküste einen Besuch abzustatten. Puerto Escondido ist nicht nur ein ehemaliges Fischerdorf, vielmehr tummeln sich mittlerweile Surfer der ganzen Welt in diesem kleinen Küstenstädtchen. Im Sommer nämlich befindet sich hier einer der spektakulärsten Surfspots der Welt mit meterhohen Wellen. Jetzt im Winter allerdings ist das Meer ruhig und harmlos, perfekt also um eine paar entspannte Tage einzulegen, um die unzähligen Eindrücke der letzten Tage erstmal zu verarbeiten.

Als hätten wir noch nicht genug gegessen die letzten Tage, wartet auf uns noch die Einlösung einer längst erhaltenen Spende. Haben wir uns in Rarotonga bereits ein schickes Bungalow gegönnt, dürfen wir den restlichen Teil der Spende von Gotti Ursula und Peter gleich an mehreren Abenden einsetzen. Eine Pina Colada am Strand mit anschliessenden Tostadas, Enchiladas, Flautas und Quesadillas verteilt auf zwei Abende runden unser Aufenthalt in Puerto Escondido perfekt ab. Was für ein Abschluss wunderschöner Tage in Oaxaca!

Vielen lieben Dank Gotti Ursula und Peter! 🙂

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