Aoraki – dramatische Szenerie rund um den höchsten Berg Neuseelands

 
Irgendwie komme ich ja so gar nicht mehr aus dem Schwärmen, denn ich finde wahrlich kaum mehr Worte, welche die Schönheit dieses malerischen Fleckchen Erde auf der südlichen Insel Neuseelands treffend beschreiben sowie dem erlebten gerecht werden können. Insbesondere nach den letzten Tagen in den südlichen Alpen Neuseelands waren wir der Meinung, besser geht wohl nicht mehr. Tja, falsch gedacht, denn besser geht sehr wohl. Die Gletscher- und Alpenkulisse rund um den Mount Cook Nationalpark und dessen Aushängeschild dem Aoraki (auch als Mount Cook bekannt) erobert unsere Herzen und dies im Sturm.

Bereits die Anfahrt begeistert. Mitten durch das Mackenzie Country fahren wir durch dramatische Szenerie. Goldgelb leuchten uns auch hier Tussock-Büschel, über die endlose Weiten die vor uns liegen, entgegen. Anders als in Queenstown fahren wir kilometerweit durch unbewohntes Gebiet. Kann man vieles hier in Neuseeland tatsächlich mit der Schweiz vergleichen, ist genau dieser eine Gegensatz, der uns am besten gefällt. Ist die Schweiz nämlich fast vollständig verbaut, gibt es hier noch Platz in Hülle und Fülle, Seeufer sind naturbelassen ohne mit protzigen Bauten verunstaltet zu sein. Dies verwundert uns allerdings kaum, leben in unserem Heimatland schliesslich doppelt so viele Menschen wie im mehr als sechsmal grösseren Neuseeland.


Sanft steigen die mit Tussock-Gräsern bewachsenen Hügel in die Höhe. Wir nähern uns dem Lindis Pass, welcher über einen Bergsattel zwischen dem Lindis Valley und dem Ahuriri River führt. Die hügelige karge Landschaft erinnert an die schottischen Highlands, reizvoll und märchenhaft.

Lindis Pass

Für den perfekten Farbtupfer schliesslich sorgen die gelb, violett oder rosa blühenden Lupinen. Am Ahuriri River verströmen sie ihren süssen Duft und bringen unsere Augen zum Leuchten.

Blühende Lupinen

Noch während der Fahrt durch das Mackenzie-Becken scheint sich weit entfernt am Himmel etwas zusammenzubrauen. Eine dunkle, mächtige Wolkenwand kündigt Regen an. Die Wettervorhersage bestätigt unsere Befürchtung, regnerische Tage liegen vor uns. Was wir zwischenzeitlich allerdings vollends gelernt haben: vertraue nie, aber auch wirklich nie dem Wetter in Neuseeland! Denn meistens kommt es sowieso anders als man denkt. So parken nämlich auch wir unseren Camper direkt am wunderschön türksiblau schimmernden Lake Pukaki, beobachten das an der Bergkette westlich von uns hängende Unwetter und geniessen währenddessen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ich kann mein Glück kaum fassen, als er schliesslich weit hinten am Horizont plötzlich zum Vorschein kommt, der „Wolkenaufspiesser“ und höchster Berg Neuseelands, der Aoraki!

„Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass wir ihn doch noch zu sehen bekommen. Es ist fantastisch!“, meint unser Nachbar überschwänglich und mit voller Freude zu uns während er das Strahlen kaum mehr aus dem Gesicht bekommt. Da sie in den nächsten Tagen bereits abreisen und beim letzten Besuch schlechtes Wetter herrschte, war dies die letzte Möglichkeit den mächtigen Berg doch noch zu Gesicht bekommen. Wir freuen uns mit ihnen, ohne zu wissen, dass das eigentliche Highlight für uns noch bevorsteht. Bereits der frühe Morgen des nächsten Tages nämlich scheint bereits viel Gutes zu versprechen. Der Himmel strahlt in seinem reinsten blau und die Sonne glitzert kitschig über dem Lake Pukaki. Den See immer zu unserer Rechten fahren wir dem Ufer entlang dem imposanten Aoraki entgegen. Lupinen leuchten im schönsten violett, der angrenzende See strahlt königsblau während die schneebedeckten Berge des vor uns liegenden Gletschergebirges uns willkommen heissen.

Alleine die Fahrt zum Mount Cook Village, das Ende der Strasse sowie Ausgangspunkt für die Entdeckung des gleichnamigen Nationalparks ist ein Erlebnis. Immer wieder neue Bilder ergeben sich während der Anreise. Wie die Wolken am Himmel beispielsweise, die auf dem aalglatten Lake Pukaki zu wunderschönen Spiegelungen hervorzaubern.

Spiegelungen auf dem Lake Pukaki

Bevor wir uns dem Hauptdarsteller dieser so spektakulären Gegend widmen, biegen wir vorab zum nicht minder schönen Tasman-Gletscher ab. Mit seiner Länge von rund 26 km gehört der Tasman-Gletscher zum längsten in ganz Neuseeland. Allein die Fahrt durchs Gletschertal lässt erahnen, welch Ausmass dieser Gletscher einst hatte. Über Geröllfelder, durch welche das Gletscherwasser sich seinen Weg in Form eines Flusses bahnt, fahren wir bis zum Ende der Strasse. Von hier aus geht es nur noch zu Fuss weiter. Über einen kurzen steilen Weg erreicht man schliesslich den Aussichtspunkt, von wo aus man die von Bergschuttmaterial bedeckte Gletscherzunge und die umliegenden Moränen am besten im Blick hat.

Tasman-Gletscher

Der Mount Cook Nationalpark ist eine wildschöne, von Eis und Fels geformte Region. Am besten lässt sich diese beeindruckende Landschaft während einer kleinen Wanderung auf dem Hooker Valley Track erkunden. Schneebedeckte Berggipfel, Tussock-Gräser, Gletscher und nicht zu vergessen die kräftig blau leuchtenden Gletscherseen – die Region rund um den Aoraki ist schlicht atemberaubend. Über einen flachen Weg spazieren wir das durch namensgebende Hooker Valley. Dem Hooker River entlang führt der Weg immer weiter nach hinten ins Tal. Diverse kleine Hängebrücken gilt es zu passieren stets von dieser unglaublichen schlicht fantastischen Bergkulisse umgeben.

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Hooker Valley Track

Hat man anfangs noch die atemberaubende Kulisse des Mueller Glacier mit dem mächtig emporragenden Mount Sefton im Blick, taucht er nach ca. einer Stunde Marsch wie aus dem Nichts auf, majestätisch und voller Magie steht er da in seiner vollen Pracht. Der Aoraki, mit seinen 3724 Meter über Meer ist der höchste Berg Neuseelands und besticht durch seine Schönheit.

Aoraki

Am Ende des Tracks wartet schliesslich noch ein weiteres Highlight. Vom Gletschersee des Hooker-Gletschers nämlich bietet sich ein besonders schönes Bild auf den Aoraki. Die majestätischen Ausblicke auf Gletscher und die schneebedeckten Berggipfel sind überwältigend. Immer wieder hört man hier ein bedrohliches lautes Grummeln, während riesige Eisflächen abrutschen und ins Tal donnern. Auf dem See schwimmen grosse Eisschollen – wie lange der Gletscher am Fusse des Aoraki tatsächlich noch zu sehen ist, ist wohl nur eine Frage der Zeit. Mal abgesehen von den im See treibenden Eisbergen und der etwas kühlen Temperatur, würde dieser zu einem erfrischenden Bad einladen. Drei hartgesottene junge Frauen neben uns wagen schliesslich gar den Sprung ins kühle Nass. Blöd nur, dass wir die Badesachen im Auto vergessen haben.. 😉

Aoraki

Wir sind jeden Tag aufs Neue entzückt mit welch fesselnden Ecken dieses Land uns Tag für Tag zu überraschen weiss. Neuseeland du schönes kleines Wunderland, was hältst du sonst noch alles für uns bereit? Wir sind gespannt! 🙂

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