Nusa Lembongan – zwischen Mantas und Mola Molas im kleinen Inselparadies

Das kleine Schnellboot schiesst über die Wellen. Im Sekundentakt krachen wir mit voller Wucht auf die Wasseroberfläche. Ich versuche mich, immer mit dem Wissen im Kopf das Schifffahren in Indonesien nicht zu den sichersten Dingen gehört, zu entspannen. Auch bei dieser Überfahrt bin ich mir allerdings nicht ganz sicher wie sehr der Kapitän tatsächlich Herr über sein Gefährt ist, denn schon beim Ablegen verheddert er sich mit einer der Mooringlines eines anderen Bootes. Glücklichereise dauert die Überfahrt auf die südwestlich von Bali gelegene Insel Lembongan aber nur kurze 30 Minuten und so erreichen wir wohlbehalten das kleine Inseljuwel, welches unser Zuhause für die nächste Woche werden soll.


Noch im tiefen Dschungel Borneos auf der Veranda von Osmans Haus haben wir den bekannten Meeresbiologen Simon Pierce kennengelernt. Dieser hat uns damals schon empfohlen in den Riffen vor Nusa Lembongan tauchen zu gehen. Mola Molas soll es da geben. „Mola was?“, war damals unsere erste Reaktion. Aber nur ein Bild dieses lustigen Fisches genügte schliesslich uns für ein weiteres Abenteuer zu begeistern! Und wie!

Die Tatsache, dass Marc in Indonesien seinen Tauchschein machen möchte beschert uns schliesslich eine ganze Woche auf der entspannten Insel. Während Marc nämlich büffelt um sich in der Unterwasserwelt zurechtzufinden, entspannen wir für ein paar Tage, machens uns gemütlich und lassen die Tage ohne Stress an uns vorbeiziehen. Wir lernen nette Leute kennen und verbringen so die Abende entspannt meistens in der gleich am Strand liegenden Mola Mola Bar.

Für Marc allerdings bedeutet diese Woche Anstrengung pur. Wir erinnern uns gerne an unsere ersten Taucherfahrungen zurück und wissen genau, wie anstrengend insbesondere die ersten Tage sind. Zusammen mit Max aus Frankreich, Kate und Luke aus den USA, absolviert er in drei Tagen das PADI Open Water und lernt die wichtigen Skills um sich in den Tiefen der Ozeane zurechtzufinden.

Aber natürlich sind wir nicht nur nach Nusa Lembongan gereist um auf der faulen Haut zu liegen. Nein, auch wir möchten tauchen. Und so schreiben wir uns für Tauchgänge zu den Mantarochen sowie zu den Mola Molas ein. Wir haben Glück guided uns während unserer zwei Tauchgänge doch Made, Mr Mola Mola himself! Wir wissen die Natur spielt nicht immer so wie wir das wollen, umso grösser ist nun aber die Hoffnung diese Unterwasserwesen tatsächlich mit eigenen Augen sehen zu können.

Am Mantapoint, unserem ersten Tauchspot wimmelt es bereits von anderen Tauchbooten. Wir haben diesbezüglich aber auch nichts anderes erwartet. Während an der Wasseroberfläche etliche Schnorchler versuchen einen Blick auf die wunderschönen Mantas zu werfen, bin ich froh dürfen wir in tiefere Gewässer abtauchen. Meine Freude allerdings ist nur von kurzer Dauer, denn das Wasser ist empflindlich kalt. Obwohl hier mit einem etwas dickeren Neoprenanzug ausgerüstet friere ich. Aber was tut man nicht alles um seine Träume zu verwirklichen. In der Ferne bereits sehe ich sie, riesige schwarze Schatten gleiten nahe der Wasseroberfläche durchs Wasser. Majestätisch! Nur die vielen Menschen im Wasser trüben das Schauspiel ein wenig. Wir verzichten auf Fotos, beobachten nur und geniessen!

Das Meer ist rauh, während wir mit dem kleinen Tauchboot erneut über die Wellenkämme brausen. Vorbei an wunderschönen Klippen, der Nachbarinsel Nusa Penida, erreichen wir schliesslich den zweite Tauchspot „Crystal Bay“. Hier kommt nun unser „Mr. Mola Mola“ zum Zug. Neugierig frage ich ihn ob er denn die letzten Tage überhaupt Mola Molas gesehen habe. Ungläubig schaut er mich an: „Sure! Every day!“. Nicht alle hätten Glück, er aber behaupte zu wissen wo sie sich tummeln. Und so erklärt er uns während des Briefings dass wir etwas abseits der Massen tauchen werden, sofern  die Strömung dies zulasse. Perfekt! Wir legen unsere Tauchausrüstung an, springen ins noch kältere Wasser und tauchen unter. 21 Grad!! Shit, ich halte das nicht aus. Mein Körper zittert, die ersten zwei Minuten sind die Hölle, bis ich eine warme Strömung erwische. Immernoch frierend tauche ich weiter. Ich gebe Dominique zu verstehen, dass ich es hier wohl nicht so lange aushalten werde. Und während ich mit meinem Temperaturhaushalt zu kämpfen habe unterbricht plötzlich Made unser Guide, meine Gedanken. Da in der Ferne…tatsächlich ein Mola Mola!! Wow, ich bin platt! Alle meine Gedanken, Sorgen und Ängste, dass ich hier im Ozean einfach so erfrieren könnte sind vergessen! Wir schwimmen etwas näher, immer aber mit genügend Abstand zu diesen total unförmig wirkenden riesigen Fischen. Und während ich den einen Mola Mola total zufrieden mit einem Lächeln im Gesicht beobachte, taucht plötzlich ein weitere auf. Wow! Mit letzten Endes drei Mola Molas hätte ich im Traum nicht gerechnet! Wir tauchen auf und strahlen noch während des ganzen Tages um die Wette. Good job Made!! 🙂

Mola Mola

Auch Marc entdeckt während dieser Woche die Faszination fürs Tauchen und so entscheidet er kurzerhand, das PADI Advanced Open Water noch hinten anzuhängen. Wir begrüssen diese Entscheidung, ist er hier mit seiner Tauchlehrerin Jo in mehr als guten Händen und können wir doch noch ein paar Tage länger das süsse Nichtstun geniessen.

Einen Tag Pause gönnen wir Marc aber dennoch und so erkunden wir für einmal nicht die Unterwasserwelt, nein das Inselinnere ist unser Ziel. Es ist eine wahre Freude mit dem Roller über die Insel zu brausen. Bis auf einige andere Roller sowie vereinzelte Bemos gibt es auf der Insel so ziemlich gar kein Verkehr. Die Insel Nusa Lembongan mit ihren 8 Km2 ist schnell umrumdet. So erreichen wir bereits nach kurzer Zeit die gelbe Brücke, welche Nusa Lembongan mit Nusa Ceningan verbindet. Und genau auf der noch kleineren Nachbarsinsel finden wir eines unseren heutigen Ziele – die „Blue Lagoon“. Wir parken unseren Roller und marschieren in Richtung Klippen, wo uns das Wasser bereits  in den verschiedensten Blautönen entgegenstrahlt. Ein wunderschöner Ort und ein weiterer Wow-Moment!

Den restlichen Tag verbringen wir mit Suferspotting in den Wellen nahe der Klippen auf Ceningan, lassen uns einen feinen Snack schmecken bevor wir zurück auf Nusa Lembongan ebenfalls die Küstenabschnitte mit dem atemberaubenden Klippen erkunden. Wir lieben das rauhe Meer, mit seinen wilden Küsten, wahrscheinlich mitunter einer der Gründe, weshalb wir die Insel derart mögen.

Es ist bereits später Nachmittag, als wir uns entscheiden in der Nähe des berühmten „Devil’s Tear“ mit einem kalten Bier bewaffnet den Sonnuntergang zu beobachten. Die Wellen brechen lautstark an den rauhen Klippen. Der Wind bläst uns um die Ohren. Ein Grund nicht zu nahe am Klippenrand zu stehen…eigentlich. Während ich der starken Brandung so ganz und gar nicht traue, suchen sich Dominique und Marc ein Plätzchen ganz nah am Klippenrand. Und so kommt es wie es kommen muss. Eine grosse Welle klatscht an die Klippen. Das Wasser spritzt meterweit in die Höhe. Fantastisch, der Anblick. Fantastisch auch der Anblick, zweier klitschnasser junger Männer! Sorry Jungs, aber you made my day! 🙂

Nusa Lembongan bietet uns aber nicht nur viel Abenteuer, auf der Insel lassen wir uns auch besonders gut verköstigen. Und da uns eine weitere Essenspende erreicht, gönnen wir uns auch gleich ein richtig gutes Abendessen. Zusammen mit Julia aus Deutschland und Renate aus Österreich, lassen wir uns am letzten Abend in einem kleinen Warung einen feinen ultrafrischen gegrillten Snapper schmecken. Ein perfekter Abschluss einer erholsamen, spannenden Inselwoche.

Vielen lieben Dank Christian! 🙂

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