Brüder wieder vereint auf Bali – wir bekommen Besuch von zu Hause

Eigentlich war in Bali gar nicht ein derart langer Aufenthalt geplant, müssten wir nicht einmal mehr einem Visum nachrennen. Ja richtig gehört, da die indonesische Botschaft in Kuala Lumpur leider nur 30-tägige Visa ausstellt, müssen wir uns erneut um eine Visumsverlängerung kümmern. Dieses Mal aber garantiert die letzte! Versprochen! Wir entscheiden uns daher relativ schnell, dies in Bali zu versuchen, auch wenn es mühsamer ist, die Möglichkeiten auf Bali für uns aber weitaus grösser sind. Eine Visumsverlängerung in Indonesien dauert nämlich in jedem Fall zwischen 7 und 10 Werktagen! Ja, Arbeitsmoral haben die Indonesier tatsächlich nicht erfunden…

Über dieses Ärgernis können wir für einmal aber mit einem Lächeln hinwegschauen, denn auf Bali wartet schliesslich etwas viel tolleres auf uns. Wir bekommen erneut Besuch aus der Heimat! Und so stehen wir abends in der Ankunftshalle des Flughafens in Denpasar und warten auf die Ankunft von Dominique’s Bruder Marc. Hunderte von Menschen, stehen mit ebenso vielen Namenschilder bewaffnet vor der Schiebetüre der Ankunftshalle. Wir zwängen uns zwischen die Massen und versuchen einen Blick auf die ankommenden Passagiere zu erhaschen. „Das hört ja nicht mehr auf“, höre ich mich sagen, denn tatsächlich landet eine Maschine nach der anderen. Lange 1.5 Stunden vesuchen wir auf Zehenspitzen balancierend die Ankunft von Marc auf keinen Fall zu verpassen.

Was andere können, können wir schon lange

Und dann endlich, scheinbar bereits im Ferienmodus schlendert er gemütlich mit seinem kleinen giftgrünen Rucksack auf dem Rücken und Strohhut auf dem Kopf an uns vorbei. Wir winken was das Zeug hält, versuchen auf uns aufmerksam zu machen und liegen uns nur kurze Zeit später in den Armen. Wir, ebenso froh darüber, dass das mitgeschmuggelte Bündnerfleisch (ja wir lieben’s halt einfach) an der Zollkontrolle vorbeikam, Marc einfach nur total erschöpft und K.O, freuen uns über den Besuch. Es ist einfach jedesmal schön vertraute Gesichter nicht nur via Skype sehen zu können. Viel hat man sich zu erzählen, und so endet die erste Nacht mit vielen Gesprächen bevor alle erschöpft ins Bett fallen.

Nord-Kuta, an der Grenze zu Seminyak ist unser derzeitiger Standort, kein wirklich schöner Ort, ein Ort der möglichst umgangen werden sollte. Ausgesucht haben wir diesen nur aufgrund der günstigen Lage zu Botschaft und Flughafen sowie des unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnisses unseres Apartments. Wir möchten Marc langsam ankommen lassen, die weitere Route zusammen planen. Nebenbei müssen wir auf unser Visum warten, weshalb wir zwei Tage in diesem wuseligen, nicht wirklich schönen von Australiern bevölkerten Stadtteil verbringen.

Stimmt allerdings die Gesellschaft, ist es total egal wo genau man sich gerade befindet. Nach mehr als 14 Monaten auf Reisen gibt es viel zu bereden, News auszutauschen zusammen zu lachen und vorallem die Zeit zu geniessen. Entsprechend planlos verlaufen die Tage. Die meiste Zeit verbringen wir am Meer, unternehmen Spaziergänge entlang der Küste und stossen seit langem wieder miteinander an.

Brüder wieder vereint

Die Sonnenuntergänge an der Westküste Balis gehören zu den schönsten, und so finden wir uns fast jeden Abend am Strand in der aus nur etwa acht Plastikstühlen bestehenden Sani-Bar ein. Zwar nur noch mit einem Zahn, dafür mit einem Strahlen so grell wie die Sonne 😉 , begrüsst uns Sani Abend für Abend, fragt uns, „three beer, right?“, öffnet seine Kühlbox und bringt uns die eisgekühlten Getränke.

Viva!

Und während wir Abend für Abend nicht nur die untergehende Sonne, sondern mit ihr noch vielmehr die zig Surfer im Wasser beobachten, bekommen auch wir Lust auf Meer. Bali, das Surfermekka schlechthin, lädt schliesslich geradezu ein sich in die Brandung zu werfen. Waren in Uluwatu noch die Profis an der Reihe, sind die kleineren Wellen hier in Kuta perfekt dafür da, seine ersten Versuche im Surfen zu unternehmen. Auch Dominique und Marc möchten es unbedingt versuchen und so sürzen sie sich wagemutig in die Wellen. Dominique und ich wissen noch aus unserer Zeit in Australien, wie anstrengend surfen ist, wird man doch immer mal wieder von einer Welle umgespült. Ich für meinen Teil verzichte auf den Spass und beobachte entspannt und äusserst amüsiert vom Strand aus, während die Jungs mit den Wellen kämpfen und versuchen eine nach der anderen zu erwischen.

Babywelle für Dominique, aber er steht… 😉

…während Marc nach dem „Ride with Giants“ eine Pause benötigt! 😉

„Was ist denn dort unten los“, fragt Dominique eines Tages und deutet auf eine Menschentraube ganz unten am Kutabeach. Wir wundern uns, denken bereits an das Schlimmste bis wir schliesslich herausfinden, dass es sich um eine total gute Sache handelt, die unterstützt werden muss. Inmitten des Kutabeaches nämlich befindet sich die Bali Sea Turtle Society (BSTS). Eine Organisation, welche die Meeresschildkröten auf Bali schützt. Besonders hier am Kutabeach besteht diesbezüglich ein grosses Problem. Fast jede Nacht nämlich kommen Schildkrötenweibchen an den Strand um hier ihre Eier zu legen. Die Natur lässt dies so zu, will das so, wären nicht einmal mehr wir Menschen der Störfaktor. Am dichtbevölkerten Kutabeach nämlich bedeutet dies das sofortige Todesurteil für die Schildkröten resp. deren Jungen. Und so sammeln Ranger der Station Nacht für Nacht die Schildkröteneier ein, buddeln diese an einem ruhigen Ort ein und lassen die geschlüpften Schildkröten schliesslich zurück ins Meer, wo ihr Leben, ihr Abenteuer beginnt. Und genau an dieser Stelle beginnt unser Part. Für eine kleine Spende, kann man die Ranger dabei unterstützen, die bereits geschlüpften Schildkröten zurück ins Meer zu lassen. Jeder erhält einen Plastikbehälter mit einer winzigkleinen Schildkröte, angefasst wird hier nichts, was mich sehr freut. Mit dem Behälter begeben wir uns schliesslich an einen gesperrten Strandabschnitt, wo die Kleinen schliesslich freigelassen werden. Eine schöne Art, der Natur ein stückweit etwas zurückzugeben, was wir selber zerstören.

Speedy, Bernd und Chilly machts gut! Vielleicht sehen wir uns irgendwo in diesem riesigen Ozean, in eurem Zuhause wieder! Gute Reise euch drei! 🙂

Safe journey!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s