Hiroshima – die Stadt mit der schrecklichen Geschichte

Am 6. August 1945 um 08 Uhr 15 Minuten und 17 Sekunden verändert sich alles in der kleinen Stadt im Westen Japans. Der Tag an dem die erste Atombombe der Welt direkt über der kleinen Stadt Hiroshima detoniert. Ein einschneidendes, trauriges Kapitel in der Geschichte Japans und der Welt. Über 100’000 Menschen haben an diesem Tag ihr Leben verloren, über 130’000 sterben an den Folgen dieses Ereignisses noch im gleichen Jahr. Etliche weitere kommen Jahre später hinzu. Für die die sich für die Geschichte Japans interessieren, ist ein Halt in Hiroshima ein absolutes Muss. Und so legen auch wir nach den kulinarischen Verwöhntagen einen Stopp in dieser historisch derart bedeutsamen Stadt ein.

Immer weiter bringt uns der Shinkansen gen Westen. Denn von Osaka aus besteigen wir abermals den Schnellzug, welcher uns in kürzester Zeit in die Millionenstadt Hiroshima bringt. Wie bereits erwähnt, fahren die Züge in den Banhöfen im Minutentakt ein und aus. Alles verläuft äusserst geregelt und nach Plan. Falls man ein Ticket mit Sitzplatzreservierung besitzt, gilt es sich fein säuberlich in der Schlange des entsprechenden Zugwagens einzureihen. Alles ohne Gedränge, mit genügend Abstand zum Vordermann, ohne Stress, schön geregelt. Wir müssen schmunzeln während wir auf den einfahrenden Zug warten. Haben wir doch noch vor fast einem Jahr (ja, wie die Zeit vergeht!) eine ganz andere Welt kennengelernt – Zugfahren in China. Zwei Länder derart nahe beieinander, die unterschiedlicher aber nicht sein können. Ich mag diese Vergleiche ja, finde es spannend wie jedes Land anders, auf seine eigene Art und Weise funktionert. Waren die Chinesen kaum zu übertreffen was ihre Lautstärke anbelangt, verläuft in Japan alles äussert ruhig. Spricht man miteinander, tut man dies leise. Telefonieren in Zug und U-Bahn ist nicht gern gesehen, teilweise gar verboten. Andere Länder, andere Sitten!

Kaum in Hiroshima angekommen, machen wir uns auch sogleich auf, um uns mit der Geschichte Hiroshimas auseinanderzusetzen. Wir spazieren durch eine moderne, lebendige Welt, als wir plötzlich am Flussufer am Ort der Geschehens, am Ground-Zero stehen. Genau hier detonierte vor rund 72 Jahren die Atombombe, welche von den Amerikanern den Übernamen „Little Boy“ erhielt. Einzig der imposante Dom am Ufer des Ōta Flusses erinnert an dieses schreckliche Ereignis. Das Gebäude der ehemaligen Industrie- und Handelskammer blieb trotz der starken Druckwelle gut erhalten. Mit diesem Andenken möchte man dem schrecklichen Ereignis ein Denkmal zu setzen.

Spätestens als wir das ewig brennende Feuer erreichen, läuft es uns kalt den Rücken hinunter. Das Feuer, welches am 1. August 1964 entfacht wurde, soll brennen, bis „der Tag kommt, an dem alle Atomwaffen von der Erde verschwunden sind“. Angesichts der aktuellen Ereignisse auf der Welt ein trauriges und wohl hoffnunsloses Unterfangen…

Ewiges Feuer

Nachdenklich spazieren wir durch den Friedenspark. Ein Blick in die nationale Friedensgedenkhalle für die Atombombenopfer macht uns traurig und nachdenklich. Etliche Namen sämtlicher Opfer sind hier aufgelistet. Wir halten kurz inne. In der Gedenkhalle herrscht, trotz einigen Besuchern, absolute Stille.

Friedensgedenkhalle

Was letzten Endes alles hinter diesem atomaren Angriff steckt, erfahren wir schliesslich im überaus interessanten Friedensmuseum. Glücklicherweise erzählt dieses die Vorkommnisse neutral, weder pro Japan noch pro Amerika. Neben spannenden aber auch erschütternder Fakten, wie bespielsweise die aktuelle Anzahl atomarer Waffen auf der Welt, erzählt eine Sonderausstellung auch Geschichten von Betroffenen. Unter anderem findet man hier diverse Gegenstände, welche aufgrund der Hitzewelle verbrannten.

Nach dem äusserst geschichtsintensiven Tag in Hiroshima, steht wieder ein wenig Kultur im Vordergrund. Unmittelbar vor Hiroshima nämlich befindet sich die Miyajima Insel mit ihrem bekannten Itsukushima-Schrein. Mit dem Tram fahren wir in ca. einer Stunde zum Ferryterminal von wo aus wir mit einer Fähre in nur wenigen Minuten auf die Insel übersetzen. Die Sonne brennt ein weiteres mal unaufhörlich. Es ist heiss, wir schwören uns nächstes Mal eine andere Jahreszeit für das Bereisen dieses Landes auszusuchen. Immer schön dem Schatten nach spazieren wir in Richtung des Schreins. Dass sich hier plötzlich auch Reh und Hirsch unter die Spaziergänger mischen, wussten wir glücklicherweise bereits vorher, sodass wir bereits vorgängig alles schön im Rucksack verstaut haben. Nicht nur einmal nämlich werden wir Zeuge wie die frechen Tiere ganze Plastiksäcke voller Proviant von den Gästen klauen und damit von dannen ziehen.

nein, hier gibts nichts…

Die Insel Miyajima ist wunderschön grün und die Hügel bieten wohl einen wunderschönen Blick auf die gesamte Umgebung. Uns ist es allerdings viel zu heiss um hoch zu wandern, weshalb wir uns auf die Hauptattraktion der Insel beschränken. Der Itsukushima-Schrein sticht leuchtend rot-orange aus dem Wasser. „Floating-Shrine“ wird dieser auch genannt, da das Torii bei Flut komplett im Wasser steht und aussieht als würde es auf der Wasseroberfläche „schweben“. Bei Ebbe hingegen zieht sich das Wasser derart weit zurück, dass man bis zum Torii laufen kann.

Auch die Tage in Hiroshima gehen zügig vorüber. Langsam aber sicher neigt sich unsere Japanreise dem Ende entgegen. Mindestens zwei Highlights aber warten noch auf uns. Wir sind gespannt was Japan noch weiteres zu bieten hat, und so ziehen wir weiter in Richtung Westen.. Vorher aber gönnt Mann sich noch eine kleine Spa-Behandlung. Durch Japan reisen ist schliesslich anstrengender als gedacht! 😉

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