George Town – eine kulturell-kulinarische Reise durch die Welt

Es köchelt, brutzelt und dampft an jeder Ecke. Verschiedene Düfte steigen uns in die Nase, einer besser als der andere. Wir sind angekommen im Mekka für Streetfood und Steetart, wir sind angekommen in George Town. Auf der Insel Penang gelegen, im Nordosten des Landes zieht diese Stadt Reisende aus aller Welt vorallem wegen dem unglaublich guten Essen und der fantastischen Streetart an. Auch wir sind unter anderem aus diesen zwei Gründen hierher gereist und wollen uns einfach mal vom Vibe der Stadt treiben lassen…


Als Hauptstadt der Insel Penang und des gleichnamigen Bundesstaates beherbergt George Town über 520’000 Einwohner. Die Grösse der Stadt lässt ein anonymes Grosstadtleben vermuten, was teilweise sicherlich auch dem entspricht, schliesslich schiessen auch in Georgetown die grossen Shoppingmalls wie Pilze aus dem Boden. Dennoch aber versprüht diese Stadt auch ihren ganz eigenen Charme. Kaum vergleichbar mit einer anderen Hauptstadt ist George Town, resp. deren kleine Innenstadt nämlich vorallem bunt, klein, alt, traditionell, mulitkulturell und gemütlich. Wir fühlen uns von Beginn an wohl und lieben es einfach durch die Gassen der Altstadt zu schlendern.

Sind wir uns aus den bisherigen Ländern noch meist eine einheitliche Kultur gewohnt, schiesst Malaysien wohl so ziemlich alles ab was das kulturelle Mischmasch anbelangt. In ganz Malaysien, und insbesondere in George Town leben Inder, Chinesen und Malaien friedlich nebeneinander. Hört man von der einen Seite den Muezzin aus der Moschee zum Gebet rufen, dröhnt von der anderen Seite Bollywoodsound in voller Lautstärke aus den Musikboxen. Indische Gewürze steigen in die Nase, während nebenan der Chinese seine Nudeln brät. Wir lieben es und fühlen uns wie auf einer kleinen Reise durch die verschiedenen Kulturen.

In nur wenigen Gehminuten spaziert man in George Town durch einen grossen Teil der Welt. Kommt man an einem Ende der Strasse an einem chinesischen Tempel vorbei, so findet sich einen Block weiter bereits eine Moschee. Little India grenzt an Chinatown, wo sich auch die Jetties befinden. Hierbei handelt es sich um Stege ins Meer, auf denen sich vor über 100 Jahren die immigrierten Chinesen niederliessen. Die Familienclans, von welchen jeder seinen eigenen Steg hat, leben bis heute noch dort.

Von der Kulurvielfalt dieser Stadt bekommt man beim Gang durch die Stadt bereits sehr viel mit. Noch einen besseren und spannenderen Eindruck erhält man aber von den Einheimischen selbst. Und den wohl besten Ort um Einheimische bei einem Bierchen zu treffen ist unsere kleines „Stammlokal“, welches sich versteckt in einer kleinen Gasse inmitten von George Town befindet. Obwohl es sich eigentlich nur um einen kleinen Getränkeshop handelt, finden sich vorallem Abends viele Einheimische und Reisende zusammen und verbringen gemütliche Abende auf Plastikstühlen sitzend auf der Strasse. Hier erleben wir auch genau das wovon wir so angetan sind. Als wir uns nämlich eines Abends zu einer Gruppe setzen, wird uns noch einmal bewusst, weshalb George Town und auch Malaysien so toll sind. Hier nämlich lernen wir Raja, einen Inder, schätzungsweise in seinen 40ern, mit einem dicken pompösen Schnurrbart kennen. Er spricht zwar nur gebrochen Englisch, seinen Stolz auf die Stadt ist aber unüberhörbar. Seine Eltern sind damals aus Indien nach Malaysien gekommen, er selbst ist hier geboren. Er liebt es mit Indern, aber auch mit allerhand anderer Menschen zusammen zu leben. Zusammen mit Raja stossen wir auch mit Ingridd und ihrem Ehemann Jack aus Jakarta, Indonesien, welche ursprünglich aus China stammen an. Der Vater von Jack musste sich einer Bauch-OP unterziehen, weshalb sie nach Penang gereist sind. Seit zwei Wochen sind sie hier um den Vater zu begleiten und betreuen und sind mit den Nerven ein Wenig am Ende. Die Gemeinschaft dieser Stadt baut sie aber wieder auf, wie die beiden meinen. Und kaum gesagt zieht Jack von dannen um wenige Minuten später mit einer Flasche Wein wiederzukommen: „Weil es so schön ist mit euch allen hier zu sein ..lass uns darauf anstossen!“

Wer gerne isst, findet sich in George Twon wohl im Paradies wieder. Angeblich gibt es in dieser Stadt das beste Streetfood in ganz Südostasien. Ob diese Behauptung stimmt, vermögen wir nicht zu beurteilen. Gut resp. saugut war es aber auf jeden Fall. Neben den unzähligen Foodcourts gibt es auch hier überall die kleinen Garküchen auf der Strasse. Wir gönnen uns eine kleine Auswahl aus indischem, chinesichem und natürlich malaysischem Essen.

Was auf keinen Fall übersehen werden kann, ist die Streetart, welche George Town bietet. Mitunter wohl etwas vom bekanntesten, was diese Stadt zu bieten hat. Wir haben ja schon wunderschöne Gemälde in Ioph gesehen. Der einzige Unterschied zu George Twon ist lediglich die vielen Touristen, die diese Gemälde umgeben. Trotzdem sind wir auch hier beeindruckt von der hiesigen Streetart.

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in George Town verlassen wir für einmal die Stadt. Unser Ziel, der Kek-Lok-Tempel befindet sich am Stadtrand etwas oberhalb an einem Hügel gelegen. Hierbei handelt es sich um den grössten buddhistischen Tempel Malaysiens und einer der grössten in ganz Südostasien. 20 Jahre Bauzeit hat dieser Tempel hinter sich und nach wie vor wird gehämmert und gebohrt was das Zeug hält. Gigantisch gross ragt der Tempel auf dem Hügel empor und bietet einen wunderschönen Blick über George Town und die Insel Penang.

In George Twon haben wir uns wohl gefühlt, wohl gefühlt wie schon lange nicht mehr. Diese Stadt zeigt uns wie es eben auch gehen kann – auch in einer Welt wie der heutigen. Wir lieben Malaysien bereits jetzt dafür, wie es ein Beispiel dafür ist, wie einfach, schön und vorallem unglaublich bereichernd das Miteinander eben auch sein kann.

Ein Gedanke zu “George Town – eine kulturell-kulinarische Reise durch die Welt

  1. Hallo Irene und Dominique
    Es ist eine wahre Freude euer Blog zu lesen und die Bilder anzuschauen.Super wie Ihr das macht.Wir sind jetzt schon auf den nächsten Blog gespannt.Wir wünschen euch von Herzen viele neue Abenteuer.Alles Liebe und Gute aus der fernen Heimat Mama und Köbi

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