Busuanga – Wracktauchen in der Coron Bay

Der einzige Weg von Mindoro zu unserem nächsten Ziel Coron führt übers Meer. Das einzige Boot das diesen Transport anbietet ist zwar eine verhältnismässig grosse Bangka, im Gegensatz zu den anderen Fähren mit denen wir bisher gefahren sind, ist diese jedoch verdammt klein! Berühmt berüchtigt scheint diese Passage von Mindoro nach Busuanga über die Mindoro-Strasse zu sein. Als wir uns nämlich noch in Sablayan bzgl. des Busses nach San Jose informieren, meint die nette Dame an der Bushaltestelle lediglich: „Oh you’re going to Coron? Hope and pray for good weather!!“ Ja das kann ja heiter werden!

Um auf keinen Fall das Boot zu verpassen, fahren wir extra einen Tag früher nach San Jose von wo aus uns die kleine Bangka übers Meer nach Busuanga bringen soll. Aufgrund Reservierungsproblemen wird aus einer Nacht aber leider zwei, denn das Boot ist voll und wir bekommen, obwohl reserviert, kein Ticket mehr. Naja, der Ärger verfliegt relativ schnell wieder, denn durch unseren unfreiwilligen Zwischenstopp treffen wir nochmals auf Mel aus Deutschland, welche wir ebenfalls in Sablayan kennengelernt haben. Mit ihr verbringen wir einen gemütlichen Abend in Sablayan bevor wir uns Tags darauf auf den Weg nach Coron machen.

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Das Wetter ist gut, das Meer ruhig, ich bin entspannt..noch zumindest! Mit einer noch kleineren Bangka als die, welche wir Tags zuvor gesehen haben, stechen wir in See. Verlaufen die ersten Stunden noch ruhig, nimmt der Wellengang abrupt zu und das kleine Boot kämpft gegen die hohen Wellen. Rucksäcke, Schuhe alles muss vor den über die Reling klatschenden Wellen in Sicherheit gebracht werden.

Obwohl teilweise etwas unheimlich, ist die Überfahrt im Grossen und Ganzen doch sehr schön. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir übers offene tiefblaue Meer. Nach langen, anstrengenden acht Stunden sind wir aber trotzdem froh und erleichtert als wir das Städtchen Coron auf der Insel Busuanga schliesslich erreichen.

Busuanga, mit der Hauptstadt Coron, ein kleines Fischerdorf, ist hauptsächlich für zwei Dinge bekannt. Zum einen kann man hier wunderschönes Inselhopping unternehmen. Gibt es in der Hauptstadt Coron keinen Strand, findet man dafür rund um die Calamian-Inseln wunderschöne kleine Riffe, Sandbänke, Süsswasser- sowie Salzwasserseen und vieles mehr.

Zum anderen ist Coron, resp. die Coron Bay weltbekannt für sensationelles Wracktauchen. Im 2. Weltkrieg wurde hier eine ganze Flotte japanischer Kriegs- und Frachtschiffe am 24.09.1944 von der US-Navy mit einem Luftangriff versenkt.

Unser Tauchtag beeinhaltet das Tauchen an zwei Wracks (Olympia Maru und Morazan Maru)  sowie einen schönen Rifftauchgang.

Olympia Maru:

Das 1927 vom Stapel gelassene japanische Frachtschiff wurde zu Kriegszeiten als Versorgungsschiff für die Kaiserliche Japanische Kriegsmarine benutzt, und somit zu einer der unglücklichen Seegräber des verheerenden Luftangriffs der amerikanischen Airforce am 24. Sept. 1944.

Morazan Maru:

Fracht- und Passagierschiff, 1908 in England gebaut, wurde nach Zentral Amerika an eine Fruchtkompanie verkauft und bediente dort unter anderen die Route zwischen Honduras und New Orleans. Nachdem das Schiff nach Asien verlegt wurde, fiel es 1941 vor Shanghai in die Hände der Kaiserlichen Japanischen Kriegsmarine, in “Ekkai Maru” umbenannt und dort als Versorgungsschiff eingesetzt.“

(Quelle: Rocksteady Dive Center)

Die Sicht ist leider wie zu erwarten relativ schlecht aber trotzdem sind wir derart fasziniert und überwältigt von dieser Taucherfahrung. Es ist unglaublich spannend die verschiedenen Decks, Gänge und Kombüsen nur ausgerüstet mit einer Taschenlampe zu entdecken. Faszinierend aber teilweise auch etwas unheimlich ist es wenn man bedenkt, was sich hier vor über 70 Jahren zugetragen hat und nun taucht man da einfach so durch die dunklen, engen Gänge hindurch. Auch wenn sich vieles wie z.B Motorblöcke etc. nicht mehr in den Wracks befindet, findet man immernoch verschiedene Geräte, Flaschen, Fässer und angeblich sogar einige Granaten. Auch die Tiervielfalt ist enorm. Haben sich an den Wracks doch wunderschöne neue Korallen gebildet, welche zu einem neuen „zu Hause“ für viele verschiedene Meeresbewohner geworden sind.

Die letzten Tage geniessen wir an Land. Inselhopping lassen wir für einmal Inselhopping sein, zu sehr hat uns die Massenabfertigung, welche wir jeden Morgen beobachten konnten abgeschreckt. Kurzerhand mieten wir uns daher einen Roller um etwas mehr von der Insel Busanga zu sehen. Bereits bei der Abfahrt schwant uns jedoch Böses denn die dunklen Wolken am Himmel scheinen an Schwärze stetig zu gewinnen. Der Wolkenbruch ist daher nur eine Frage der Zeit. Und keine fünf Minuten später stehen wir mittendrin im monsunartigen Regen irgendwo auf einer Landstrasse auf der Insel Busuanga. Es schüttet wie aus Kübeln. Schnell suchen wir uns einen Unterstand und warten die obligatorischen zehn Minuten ab. Doch der Regen lässt nicht nach. Wir warten und werden je länger je ungeduldiger, schliesslich müssen wir unseren Roller zu einer bestimmten Uhrzeit wieder abgeben. Die Zeit drängt, doch der Regen lässt nicht nach. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns trotz des heftigen Regens auf den Roller zu setzen und die letzten 5 Km hinter uns zu bringen… Bis auf die Unterhosen durchgenässt kommen wir an unserem Ziel an und müssen einfach nur lachen… Triefendnass spazieren wir durch den Regen zurück zum Hotel und geniessen den Sommerregen…

Denn während die einen vielleicht über das Wetter fluchen, machen die Einheimischen, insbesondere die Kinder genau das Richtige aus der Situation. Wir geniessen es den lachenden Kindern auf der Strasse beim Spielen zuzuschauen. Ja genau, weshalb denn aufregen, Regen kann sooooo schön sein! 🙂

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Und was gibt es Schöneres, als einen solchen Tag mit einem feinen Znacht ausklingen zu lassen? Genau, nichts! 😉 In Coron finden wir ein kleines familiäres, philippinisches Restaurant wo es so richtig gutes Essen gibt. Und da wir passenderweise eine weitere Essenspende erhalten haben, können wir es uns wieder einmal so richtig gut gehen lassen. 🙂

Vielen Dank Silvana für deine Essenspende! 🙂

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