Boracay – der philippinische Ballermann

„Boracay, ja oder nein?“ Lange haben wir hin und herüberlegt, wollen wir oder doch eher nicht? Und eigentlich waren wir uns diesbezüglich nach all den Schauermärchen die uns während unserer Reise zu Ohren gekommen sind auch ziemlich einig: „Nein, wir wollen nicht!“ Wieso um alles in der Welt sind wir dann aber doch genau in dem Touristenhotspot schlechthin gelandet? Eine berechtigte Frage, die sich ganz einfach erklären lässt…

In den Philippinen kann man zwischen x-verschiedenen Verkehrsmitteln entscheiden. Zum wohl schnellsten und einfachsten gehört das Flugzeug. Wir aber möchten möglichst per Landweg reisen und meiden daher den Luftweg wann immer es geht. Und da unser nächstes Ziel, die Insel Mindoro ein paar hundert Kilometer nordwestlich von der Insel Bantayan liegt, wird dieser „Ortswechsel“ zu einer dreitägigen Reise. Ja und welcher Ort befindet sich in etwa der Mitte? Genau, Boracay! Relativ spontan entscheiden wir uns daher: „Ach wenn wir schon mal da sind..lass uns das doch mal anschauen.“

Bevor wir Boracay aber erreichen, wartet eine zweitägige Reiseodysse auf uns. Wir verlassen frühmorgens die uns ans Herz gewachsene Insel Bantayan. Mit dem Jeepney fahren wir zum Hafen und lernen dort den Österreicher Peter und seine Freundin Rachel aus den Philippinen kennen. Sie haben das Ziel Bacolod, wo die Familie von Rachel wohnt. Gottseidank ist die See heute ruhig, andernfalls hätte die Küstenwache die Fahrt auch gar nicht freigegeben. Schon zuviel sei in der Vergangenheit passiert, erzählen uns die beiden. Wie in den Philippinen üblich heisst es dann aber erstmal Schwimmwesten anziehen, damit der Coastguard durch die Gänge laufen kann und Fotos von uns „schwimmwestentragenden“ Reisenden schiessen kann. Ja meinetwegen…solange es der Sicherheit dient..! 😉 Die Fähre legt schliesslich ab und wir fahren übers offene Meer mit Ziel Cadiz.

In Cadiz angekommen steht bereits ein Tricycle bereit das Rachel uns freundlicherweise organisiert hat. Überhaupt sind alle Filippinos, die wir kennengelernt haben unglaublich hilfsbereit! Wir geniessen es für einmal nicht alles selbst organisieren zu müssen und folgen unserem vorübergehenden „Guide“.

Weiter geht die Reise mit dem Bus nach Bacolod. Wunderschöne Landschaftsszenerien ziehen an uns vorbei. Sieht man auf der einen Seite weit in der Ferne die Berge, kann man auf der anderen Seite die Palmenplantagen am Meer begutachten! Wir geniessen die Fahrt bevor wir uns in Bacolod von unseren vorübergehenden Reisegspöndli schon wieder verabschieden müssen. Für uns nämlich ist die Reise noch nicht vorbei. Wir nehmen noch die letzte Fähre des Tages nach Iloilo, bevor wir unser Tagesziel erreichen und unsere erste Etappe damit geschafft haben.

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Obwohl wir nur eine Nacht in Iloilo verbringen, mögen wir die Stadt auf Anhieb. Die Leute sind nett und unglaublich freundlich während wir, tatsächlich die zwei einzigen Westler, durch die Strassen spazieren.

Der zweite Tag unserer Mörderrreise ist dann schon fast ein Klacks. Frühmorgens fahren wir an den Busbahnhof von Iloilo von wo aus uns ein Bus einmal quer über die Insel Panay nach Caticlan bringt. Die Fahrt dauert ganze sechs Stunden, ist in dem klimatisierten Bus aber wunderbar entspannend.

In Caticlan angekommen, bekommen wir einen ersten Vorgeschmack auf das was in Boracay folgen wird. Da es auf der Insel Boracay keinen Flughafen gibt, fliegen sämtliche Touristen nach Caticlan um dort eines der bereitstehenden Boote nach Boracay zu nehmen. Wir werden mit den Massen durch den Hafen geschleust, uns wird ein Ticket verkauft das doppelt so teuer ist wie normal bevor wir schliesslich mit einem fast leeren Boot (die anderen haben schliesslich alle die normalen Tickets gekauft) nach Boracay gefahren werden. Wo Touristen sind, ist das Preisniveau auch entsprechend höher. Für die Überfahrt nach Boracay bezahlt man nämlich eine Terminalfee die 10x so hoch ist wie üblich..ja das kann ja heiter werden..!

Ja und dann sind wir da…in Boracay! Ähnlich wie am Alona Beach, der im Gegnsatz zu Boracay aber noch heilig ist, finden wir einfach die Faszination für diesen Ort nicht. Die Strände sind überfüllt von hauptsächlich asiatischen Touristen. Funsportarten wie Bananenbootfahren, Unterwasserspazieren (?!) oder Parasailing werden an jeder Ecke angeboten.

Die Insel war einst bestimmt wunderschön, mittlerweile ist diese jedoch schlicht überfüllt, dreckig und laut. Wer Party will ist hier richtig. Nur muss das Portemonnaie auch entsprechend gefüllt sein. Aber hey, wir haben ja gewusst auf was wir uns einlassen, also dürfen wir uns nun auch nicht beschweren. Wenn man einmal die günstigen und angenehmen Ecken der Insel entdeckt hat (vorallem Station 3) kann man sichs auch schön machen. Wir machen uns daher zwei gemütliche Tage, geniessen das süsse Nichtstun, schlendern an der Strandpromenade entlang, blenden das was uns nicht gefällt einfach mal aus, lassen uns mit den Massen treiben..und haben trotzdem unseren Spass! 🙂

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