Nong Khiaw und Muang Ngoi Neua – ein Abstecher in den Norden von Laos

 Zwar bleibt uns aufgrund des auslaufenden Visums keine Zeit mehr den Norden von Laos ausgiebig zu bereisen, dennoch möchten wir auf unserer Laosreise zumindest einen kleinen Teil des Nordens mitnehmen. Nur ca. vier Busstunden von Luang Prabang entfernt liegt der kleine Ort Nong Khiaw – für uns der perfekte Ausgangspunkt um etwas weiter in den Norden zu fahren.

Wir kaufen uns ein Busticket und fahren mit dem Tuktuk zur Busstation, wo wir uns erstmal zurecht finden müssen. Unzählige Minibusse stehen bereit um die für uns ungewohnten „Massen“ an Touristen irgendwo im Land zu verteilen. Natürlich fahren die Busse alles andere als pünktlich ab und so ist für uns erstmal Warten angesagt…WIr hassen es bereits jetzt schon! Die Abhängigkeit hat uns wieder! Wehmütig denken wir an unser Moped zurück, an die entspannten Tage, an welchen wir abfahren konnten wann wir es wollten. Ja, wir müssen uns an den neuen, alten Reisestil definitiv erstmal wieder gewöhnen..

Wunderschön am Nam Ou Fluss gelegen, einmal mehr von hoch empor ragenden Karstbergen umgeben, liegt der kleine Ort Nong Khiaw. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Berge sowie über den Fluss Nam Ou. Obwohl die Stadt auf den ersten Blick noch sehr ursprünglich scheint, bietet sie bereits sehr viel Komfort. Ein paar kleine Restaurants laden zu einem gemütlichen Essen mit Blick auf den Fluss ein. Entspannung ist hier wohl das Zauberwort, denn der Ort lädt zweifelsohne zum Ausruhen und Relaxen ein.

Den wohl schönsten Blick über die gesamte Umgebung hat man zweifelsohne vom bekannten Viewpoint hoch über Nong Khiaw. Der Aufstieg ist steil und schweisstreibend und führt durch den dichtbewaldeten Dschungel hinauf auf den Berg. Oben angekommen ist jegliche Anstrengung aber sofort vergessen, der Ausblick nämlich ist atemberaubend.

Nach ein paar entspannten Tagen in Nong Khiaw möchten wir noch etwas mehr ins ländliche Laos eintauchen und reisen daher etwas flussaufwärts ins kleine Örtchen Muang Ngoi Neua. Das kleine Dorf ist (noch) nur per Boot erreichbar und so quetschen wir uns in eines der kleinen Boote, welche uns flussaufwärts bringt. Es befinden sich neben uns zwar einige Einheimische im Boot, hauptsächlich wird dieses aber von Reisenden benutzt.

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Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir unser Ziel. Der erste Eindruck lässt tatsächlich noch das ursprüngliche Laos vermuten. Und wir sollten recht behalten. Durch das Dorf führt eine einzige ungeteerte Hauptstrasse, wo sich das meiste Leben im Dorf abzuspielen scheint. Frauen kochen ihr Essen, Hühner und Schweine werden gegrillt, an jeder Ecke wird geschweisst, gesägt oder gebohrt. Die wenigen Touristen und die Einheimischen kommen sich hier fast gar nicht in die Quere. Klar leben die Menschen hier wohl hauptsächlich vom Tourismus, trotzdem empfinden wir hier das Dorfleben noch als sehr ursprünglich. Vieles spielt sich auf der Strasse ab, weshalb wir es lieben einfach gemütlich auf und ab zu spazieren.

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Am Ufer des Nam Ou Flusses gibt es diverse Unterkünfte, alle sehr einfach gehalten. Dank einer weiteren Übernachtungsspende, gönnen wir uns ein schickes kleines Bungalow mit Blick auf den Nam Ou Fluss, Warmwasserdusche und 24 Stunden Strom inklusive..wahrer Luxus hier!

Vielen Dank Nicolas, Sacha, Corinne, Stefan, Christine, Beni, Mathias, Lorena, Tatjana! 🙂

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Wir geniessen auch hier wieder ein wenig das süsse Nichtstun, nutzen die restlichen Tage aber ebenso um die Umgebung etwas auszukundschaften. Am späten Nachmittag wandern wir hoch zur Phanoi Höhle in welche man rund 250 Meter hineinlaufen kann. Stockduster ist es und entsprechend unheimlich schlängelt sich der Weg durch die Höhle. Am Ende finden sich kleine Buddhastatuen. Die Höhle wurde einst von den Dorfbewohnern als Unterschlupf genutzt, während die Amerikaner das Dorf in Schutt und Asche bombardierten.

Klettert man den Gipfel weiter hoch, erreicht man einen weiteren Viewpoint, welcher einen schönen Blick über das Dorf Muang Ngoi Neua und den Fluss Nam Ou bietet.

Wir lieben das immer noch sehr usprüngliche Dorf und die Atmosphäre die hier herrscht. Gerne möchten wir daher noch mehr von dieser wunderbaren Umgebung sehen. Und so wandern wir während eines ganzen Tages durch die umliegenden Reisfelder und die Nachbarsdörfer Ban Hoy Sen und Ban Na, in welchen noch eine Spur einfacher gelebt wird. Ganz genau so haben wir uns Laos vorgestellt, schön bekommen wir auf diese Weise noch einen anderen Einlick in dieses Land. Und obwohl das Wetter nicht wirklich mitspielt und es vorallem abends empfindlich kalt wird, geniessen wir die Zeit hier im Norden von Laos.

Bevor wir unseren kleinen Wohlfühlort wieder verlassen müssen, klingelt der Wecker noch einmal ganz früh am Morgen. Noch mit müden Augen beobachten wir wie das Leben auf der Strasse langsam erwacht. Die Frauen des Dorfes machen sich bereit für den allmorgendlichen Almosengang der ca. 18 Mönche, die im einzigen Tempel des Ortes leben. Angeführt von einem älteren Mönch laufen die meist sehr jungen Novizen barfuss durch das Dorf um Almosen von den Gläubigen zu sammeln. Die Frauen reichen ihnen auf dem Boden knieend mit den Fingern meist Klebreis aber auch Bananen und andere Früchte. Niemand spricht ein Wort. Etwas abseits beobachten wir ganz still das allmorgendlich stattfindende Ritual.

Durch unseren kurzen Abstecher in den Norden, durften wir Laos nochmals von einer ganz anderen, urprünglicheren Seite kennenlernen. Für uns zählen die Tage im Norden mit zu den schönsten während den gesamten vier Wochen, die wir in Laos verbringen durften.

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