Loop aufs Bolaven-Plateau – dreitägiger Ausflug ins laotische Hinterland

 

Äusserst ungern verlassen wir unsere Wohlfühlinsel Don Khon. Würden wir von Laos nicht noch derart viel sehen wollen, hätten wir wohl gut und gerne noch ein paar Tage dranhängen können. Für uns ist es aber an der Zeit weiterzuziehen, weiter in Richtung Norden.

Unser nächstes Ziel Pakse erreichen wir ohne Probleme und Zwischenfälle nach ca. fünf Stunden Fahrt. In der Stadt hält uns aber relativ wenig, sodass wir bereits am nächsten Tag auf einen 3-tägigen Loop auf das Bolaven-Plateau aufbrechen. Um die Fahrt etwas „spritziger“ zu gestalten, lassen wir unser grosses Gepäck in Pakse und reisen nur mit den kleinen Daypacks – das freut vorallem Dominique! 😉

Das Bolaven-Plateau ist eine 1200 Meter hohe und 10’ooo km2 grosse Hochebene im Süden von Laos und gehört zu einer der fruchtbarsten Regionen des Landes. Viel Grün, Kaffee-Plantagen und Wasserfälle machen das Plateau so reizvoll. Insbesondere die vielen malerischen Wasserfälle des Bolaven-Plateaus sind wohl das Highlight dieser Region. Bereits an unserem ersten Tag machen wir daher Halt um zwei dieser wunderschönen Wasserfälle von nahem zu begutachten.

Unser erster Übernachtungsstopp legen wir in einem kleinen Dorf namens Tad Lo am Rande des Plateaus ein. Ein idyllischer kleiner Ort an welchem es sich definitiv auch länger verweilen lässt. Spaziert man durch die wenigen Strassen des Ortes bekommt man noch einen authentischen Einblick ins laotische Leben. Hier mieten wir ein süsses, kleines Bungalow im Fandee Guesthouse, wo wir auch auf viele weitere Reisende treffen. Ein weiterer spannender Abend mit vielen, interessanten Reisegeschichten beschert uns ein perfekter Ausklang dieses schönen Tages.

Auch zu Tad Lo gehören natürlich Wasserfälle zu welchen wir einen gemütlichen Spaziergang unternehmen. Vorbei gehts an diversen Lodges und Resorts, welche hier ihre Luxusbungalows anbieten, aber irgendwie scheint hier niemand zu wohnen. Tad Lo ist heute noch ein kleiner beschaulicher Ort. Uns ist jedoch zu Ohren gekommen, dass man hier versucht den Tourismus anzukurbeln. Sieht man momentan meist nur die einfachen Backpacker auf ihren Motorrädern im Dorf, möchte man in Zukunft vermehrt Reisegruppen hierher bringen, Reisegruppen welche wohl mehr Geld abwerfen als die einfachen Rucksackreisenden. Schade, denn der Ort gefällt uns unglaublich gut.

Als wir gegen Abend unseren Füssen ein kühles, erholsames Bad im Fluss gönnen, steigt auf einmal keine zwei Meter entfernt ein Elefant in den Fluss. Rein zufällig, denn wir haben uns einmal mehr so ziemlich gar nicht informiert, können wir so an dem allabendlichen Elefantenbad der beiden zum Resort gehörenden Elefanten teilhaben.

Der zweite Tag unseres Loops steht ganz im Zeichen der zig Wasserfälle rund ums Plateau. Mit unserem Motorrad besuchen wir die etwas abgelegeneren Fälle Nam Tok Katamtok, Jarou Thalaleui und Tad Alone.

Nach einem steilen Abstieg finden wir etwas versteckt den wahraft schönsten Wasserfall den wir tatsächlich je gesehen haben. Ein Regenbogen begrüsst uns umgeben von sattem Grün, die Wassermassen stürzen die Felswand hinunter – schlicht fantastisch!

Unmittelbar vor Paksong, unserem nächsten Übernachtungsstopp, fahren wir an einer der grössten Kaffeeplantage von ganz Laos vorbei. Die französischen Kolonialherren begannen seinerzeit mit dem Anbau von Kaffee und waren begeistert von der Qualität. Heute macht der Kaffee das Bolaven-Plateau über die Grenzen von Laos bekannt. Die Sorten Arabica und Robusta werden angebaut. Als Kaffeeliebhaber kommen wir daher nicht drum herum eine kurze Pause einzulegen und eine Tasse dieses wirklich guten Bolaven-Kaffees zu geniessen.

Der letzte Tag unseres Motorradloops starten wir ganz gemütlich, ganz nach laotischer Art mit einer Nudelsuppe. Wir kehren daher in eines der Nudelrestaurants ein und werden freundlich auf deutsch begrüsst. Ja wie jetzt? Unglaublich aber wahr – die Besitzerin ist Ende der 70er-Jahre, wie viele andere Laoten auch, aufgrund des Kommunismus nach Thailand geflohen und wurde von dort aus als Flüchtling in die Schweiz gebracht. Dort lebte und arbeitete sie mit ihrem Mann in Winterthur. Nach über 30 Jahren in der Schweiz hat es sie nun aber wieder in ihre Heimat gezogen. Wenn der Winter in der Schweiz Einkehr hält, fährt sie jeweils nach Laos und führt das kleine Restaurant am Strassenrand gleich nach Paksong. Neben der wunderbaren Nudelsuppe werden wir auch mit weiteren Köstlichkeiten wie Gebäck und selbst angebautem Kaffee verköstigt. Wir sitzen länger als geplant und lauschen den spannenden Geschichten, die uns erzählt werden.

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Auf dem Weg zurück nach Pakse machen wir noch einen kleinen Abstecher zu den grössten Wasserfällen von ganz Laos, den Zwillingswasserfällen, auch Tad Fane genannt sowie zu den Tad Yuang Fällen

Fast nebenan befindet sich ein weiterer Wasserfall (ja wer hätte es gedacht..) in welchem es sich sogar baden lässt. Mir ist es definitiv zu kalt, denn auf dem Plateau herrschen deutlich kühlere Temperaturen. Dominique hingegen wagt sich ins kühle nass und geniesst das Bad rund um den Wasserfall.

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Unsere gefahrene Route:

Unser kleiner Ausflug ins laotische Hinterland zeigte uns einmal mehr was die Natur alles zu bieten hat! Zwar haben wir im Moment eine kleine Wasserfall-Überdosis, aber gelohnt hat es sich trotzdem! 🙂

Wir freuen uns auf unsere nächste Etappe in Laos..und nein, diesmal ohne Wasserfälle, versprochen! 😉

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