Von Hoi An nach Dalat – Fahrt durchs zentrale Hochland Vietnams

Etappe 7 – Fahrt nach Kham Duc (125 Km)

Der Himmel ist zwar bedeckt, doch das Wetter hält. Wir stehen früh morgens auf, packen unsere sieben Sachen und verabschieden uns von unseren überaus netten Gastgebern. Von der Küste gehts nun wieder zurück ins Landesinnere. Die Strassen schlängeln sich durch den dicht bewaldeten Dschungel hinauf in die Highlands Vietnams.

Auf etwa halbem Weg machen wir eine kurze Mittagspause und kehren in eines der vielen kleinen Restaurants am Strassenrand ein. Hier treffen wir auf Nick aus England, der mit Tom einem viatnemsischen Easy-Rider in fünf Tagen nach Dalat fährt. Easy Riders sind Vietnamesen, die Touristen auf ihren Motorrädern quer durch’s Land nehmen. Die zentralen Highlands sind ein beliebtes Ziel für Motorradtouren, weshalb es hier von Easy-Ridern nur so wimmelt. Tom gibt uns derweil noch Tips mit auf den Weg und bietet uns an ihm zu einem etwas versteckten Wasserfall zu folgen.

Je weiter wir wieder in die Berge fahren, desto weniger treffen wir hier auf Touristen. Die meisten Menschen, die hier in den Bergen leben, gehören zu einer der 53 ethnischen Minderheiten des Landes, die insgesamt etwa zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Sie haben jeweils ihre eigene Sprache und leben in einer Gemeinschaft für sich, oft in sehr einfachen Verhältnissen.

Unser Nachtlager schlagen wir in Kham Duc auf, einem kleinen beschaulichen Ort, wo wir auch sofort ein Zimmer finden. Im Be Chau Giang Hotel übernachtet wohl so ziemlich jeder Motorradreisende der hier durchkommt. Und so treffen wir neben Nick und Tom auch auf diverse andere Traveller. Wir geniessen es durchaus nach den langen einsamen Fahrten wieder interessante Gespräche mit anderen führen zu können und holen nebenbei den ein oder anderen Tip ab, von denen die in entgegengesetzter Richtung das Land bereisen.

Etappe 8 – Fahrt nach Kon Tum (129 Km)

Noch am Abend zuvor versicherte uns Tom, dass heute die Sonne zum Vorschein kommt und wir einen sonnigen Tag erleben werden. Skeptisch schauen wir morgens gen Himmel, wo weit und breit keine Sonne zu sehen ist.

Egal, unsere Ansprüche haben wir aufs Minimum hinuntergeschraubt, sodass wir guten Mutes losfahren. Unser Motorrad kämpft sich die Serpentinen hoch. Hinter fast jeder Kurve plätschert ein kleiner Bach talwärts.

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Und tatsächlich, wir können es selbst nicht glauben… Kaum haben wir die höchste Stelle des heutigen Tages erreicht, klart der Himmel auf und uns erwartet das wohl bisher schönste Wetter! Auf einer kleinen Lichtung, gleich neben der Strasse machen wir eine kurze Pause um einfach nur die Ruhe und das schöne Wetter zu geniessen. Tatsächlich empfinden wir in diesem Moment ein wahres Glücksgefühl. Man braucht eben doch nicht viel um glücklich zu sein (..nur ab und zu schönes Wetter…) 😉

Das wohl gängigste Essen in Vietnam ist die Pho, eine traditionelle vietnamesische Nudelsuppe. Man kann sie an fast jeder Ecke bestellen, weshalb sie schon fast als Nationalgericht Vietnams gehandelt wird. Während der Motorradreise durch Vietnam stärken daher auch wir uns immer mal wieder zwischendurch mit einer Pho Bo (Nudelsuppe mit Beef).

Etappe 9 – Fahrt nach Buon Ma Thuot (228 Km)

Zwar ist die Strecke von Kon Tum nach Buon Ma Thuot kilometermässig relativ lang, dennoch benötigen wir hierfür nur ca. vier Stunden. Die Strasse ist schnurgerade und führt durch ein Städtchen nach dem anderen. Einzig die Rinder, welche immer mal wieder die Strasse überqueren bieten eine amüsante Abwechslung zu der ansonsten doch sehr eintönigen Fahrt.

Und wenn man beachtet wie die Vietnamesen ihre Motorräder beladen, kann sich unser Lastesel wohl definitiv nicht beklagen… 🙂

Auf dieser Strecke tauchen auch das erste Mal Mautstellen auf, welche aber mit dem Motorrad ohne zu bezahlen passiert werden können – man muss einfach die richtige Fahrbahn erwischen..

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Mit dem trockenen Wetter ist es dann kurz vor Buon Ma Thuot leider auch schon wieder zu Ende. Es regnet wieder was das Zeug hält, sodass alles nochmals so richtig nass und dreckig wird. Umso besser, befindet sich gleich neben unserem Hotel eine „Waschanlage“ für Motorräder. Für 20’000 Dong (umgerechnet CHF 1.-) lassen wir unser Motorrad wieder blitzeblank putzen. Pflege muss eben auch sein!

Abends möchten wir den vietnamesischen Hotpot probieren und begeben uns daher in eines der unzähligen Restaurants, welche sich gleich neben unserem Hotel befinden. Wir müssen erstmal leer schlucken als wir die Speisekarte durchstöbern. Bäh, Schlangenkopf Frösche und sonstige Delikatessen stehen nun wirklich nicht auf unserem Speiseplan.

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Wir entscheiden uns daher für die etwas unspektakulärere Variante und bestellen den Hühnchen-Hot-Pot. Gut, merken wir erst fast zum Schluss, dass uns auch aus unserem Topf zwei kleine Augen anschauen (oder was davon noch übrig geblieben ist…)… Wahrscheinlich hätte sich jeder Vietnamese über diesen Fund gefreut… Wir hingegen lassen diesen ganz unauffällig wieder unter dem restlichen Grünzeug in der Suppe verschwinden.. 😉

Etappe 10 – Fahrt nach Lien Son (Lak Lake) (80 Km)

In Buon Ma Thout treffen wir erneut auf Nick und Tom, welche uns anbieten den nächsten Tag zusammen zu fahren. Ja klar, da sind wir sofort dabei…hm..nur ist da noch die Sache mit unserem hoffnungslos überladenen Motorrad. Können wir ihnen überhaupt folgen?

Ja können wir..wenn auch nur mit Mühe. Tom bringt uns erneut zu einem etwas abgelegenen Wasserfall. Gewaltige Wassermassen donnern hinunter und verursachen einen Höllenlärm. Einmal mehr unglaublich schön, was die Natur für uns so alles bereithält. Nur dass es wieder einmal in Strömen regnet, trübt den Anblick ein wenig.

Nicht nur das Wetter wird von Stunde zu Stunde schlechter auch der Strassenzustand wird  immer abenteuerlicher. Wir gönnen uns daher die eine oder ander Pause und stärken uns mit einem vietnamesischen Kaffee. Typischerweise trinkt man ihn sehr stark als Espresso und süßt ihn mit Kondensmilch.

Bevor wir an unserem Tagesziel Lien Son am Lak Lake ankommen, passieren wir unzählige Reisfelder. Es ist Erntezeit und der Reis wird eingeholt. Wir halten an und beobachten das Geschehen vor Ort. Anders als in China benutzen die Männer hier Motorsensen um den Reis zu schneiden. Bündelweise wird dieser anschliessend vom Feld getragen.

 

Am grössten natürlichen See im zentralen Hochland, dem Lak Lake machen wir halt und finden ein kleines Hotel im Städtchen Lien Son am Südufer des Sees. Die Menschen hier gehören der M’Nong- und E-De-Minderheit an. Sie leben in langgezogenen Holzhütten auf Stelzen.

Etappe 11 – Fahrt nach Dalat (158 Km)

Während der Fahrt nach Dalat passieren wir unzählige Kaffeeplantagen – Kaffee so weit das Auge reicht! Die Gegend erstrahlt in sattem Grün. Die Strasse schlängelt sich durch Gemüse- und Blumenfelder, hindurch durch kleine Dörfer, vorbei an diversen Wasserfällen und kleinen Seen. Es ist ein wunderschöner Abschnitt der uns zu unserem nächsten Etappenziel Dalat führt.

Nach der fünftägigen Fahrt durchs zentrale Hochland Vietnams kommen wir in Dalat an, wo wir uns erneut ein paar Tage Ruhe gönnen bevor uns die Reise zurück an die Küste führen wird.

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