Von Shangri-la nach Hekou und unser letztes grosses Abenteuer in China – die Tigersprungschlucht

Die Tage in Litang vergehen derart schnell, dass wir uns bereits wieder im Bus Richtung Süden befinden. Uns steht eine fast zweitätige Busreise mit Übernachtungsstopp in Xiangcheng bevor. Die Strassen sind deutlich schlechter, die Aussicht jedoch nicht minder interessant. Während dieser Fahrt wartet eine der landschaftlich schönsten Abschnitte auf uns. Der Bus quält sich die Passstrasse hoch, wo wir den höchsten Punkt unserer Reise (4700 M.ü.M.) passieren. Es klingt vielleicht langsam ein wenig kitschig, aber tatsächlich können Worte kaum beschreiben, was die Natur uns an Schönheit bietet.

Nach holprigen sechs Stunden erreichen wir die Stadt Xiancheng wo wir übernachten. Mit Kasia, Victor, Linda und Martin genehmigen wir uns noch ein Bierchen bevor es früh ins Bett geht, denn bereits um 06:00 Uhr in der Früh soll es weitergehen. Es ist noch dunkel, als wir bereits wieder im Bus sitzen um die 9-stündige Fahrt nach Shangri-La in der Provinz Yunnan hinter uns zu bringen. Die Strassen sind einmal mehr ungeteert, sodass es eine ziemlich holprige und rumpelige Angelenheit wird.

Shangri-La ist im Gegensatz zu Tagong, Ganzi und Litang eine enorm touristische Stadt. Man trifft hier wieder auf weitaus mehr westliche Reisende, welche hier ein bisschen tibetische Luft schnuppern möchten. Glücklicherweise ist hier zurzeit Nebensaison, sodass die Strassen fast leer sind. Viele der Restaurants sind gar nicht geöffnet und es wird restauriert was das Zeug hält.

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Am 11. Januar 2014 zerstörte hier ein Feuer fast die komplette Altstadt, welche überwiegend aus Holz gebauten Häusern besteht. Von dieser Katastrophe ist heute kaum noch was zu sehen. Die Häuser wurden wieder aufgebaut und der Alltag scheint in Shangri-La zurückgekehrt zu sein.

Shangri-La hat nicht wirklich viel zu bieten. Wir nutzen daher die Zeit unsere nächste Trekkingtour in die Tigersprungschlucht zu planen. Und wir gebens ja gerne zu, die touristischen Annehmlichkeiten wie westliches Essen, Coffee-Shops mit gutem Kaffee sowie eine schöne Unterkunft sind uns ab und zu mehr als recht. So geniessen wir die Tage zusammen mit Kasia und Victor in vollen Zügen und lassen es uns essenstechnisch westlichen Köstlichkeiten durchaus gut gehen…! 🙂

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Nach drei Tagen Wohlfühlprogramm heisst es nun leider definitiv Abschied nehmen von unseren vorübergehenden Reisegefährten Kasia und Victor –  danke hat echt Spass gemacht mit euch!! 🙂

Wer die Proviz Yunnan bereist kommt wohl nicht umhin eine Trekkingtour durch die Tiger Leaping Gorge (Tigersprungschlucht) zu unternehmen. Die Schlucht erstreckt sich über eine Länge von 16 km und ist eine der tiefsten der Welt. Sie misst schwindelerregende 3900 Meter vom Wasser des Jangtsekiang bis zu den schneebedeckten Bergen des Haba Shan im Westen und des Yuolong Xueshan im Osten. Bereits im Vorfeld haben wir unglaublich viel über die Schlucht gelesen und gesehen, sodass von Anfang an klar war, dass wir uns dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen.

Früh morgens also fahren wir von Shangri-La nach Qiatou – zum Startpunkt unseres zweitägigen Treks. Die Backpacks lassen wir zu Tina’s Guesthouse am Ende der Schlucht bringen, sodass wir diese nach der Wanderung gleich in Empfang nehmen können. Mit einem kleinen Tagesrucksack und dem Nötigsten ausgerüstet starten wir also unsere Tour durch die Tigersprungschlucht.

Bereits der erste Aufstieg ist anstrengend und lässt und schweisstreibend. Aber der wohl berühmt berüchtigste Teil beginnt nach dem Dorf Nuoyu wo die gefürchteten 28 Bends (28 qualvolle Biegungen) die sich den Berg hinaufschwängen auf uns warten. Oben angekommen hat man den höchsten Punkt der Wanderung erreicht und wird sogleich mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt.

Der schönste Teil der Wanderung jedoch beginnt nach dem Dorf Yongsheng, resp. nach dem Tea Horse Guesthouse.

Nach ungefähr sieben Stunden Wanderung erreichen wir unser Tagesziel das Halfway-Guesthouse, wo wir übernachten. Erstmal jedoch haben wir uns ein kühles Bier nach dieser doch etwas anstrengenden Wanderung verdient. Viele andere Wanderer übernachten ebenfalls hier, sodass wir den Tag mit anderen Reisenden auf der Terrasse mit dem wohl schönsten Panorama ausklingen lassen.

Gut gestärkt nach einem reichhaltigen Frühstück nehmen wir die letzte Etappe der Wanderung in Angriff. Der Weg führt weiter entlang der Felsklippen bis er sich langsam in Richtung Tal schlängelt.

Viel zu früh kommen wir in Tina’s Guesthouse an, von wo aus uns ein Bus weiter nach Lijiang bringen soll. Wir entscheiden uns daher noch zur mittleren Stomschnelle des Jangteskiangs und zum berühmten Tigersprungstein hinabzusteigen. Der Legende nach soll dort einst ein Tiger über den Jangtsekiang gesprungen sein, wodurch die Schlucht ihren Namen erhielt. Um zu Tina’s Guesthous zu gelangen muss man fast senkrecht über dievers Leitern die Wand hoch -eine ziemlich anstrengende und schweisstreibende Angelenheit. Wie leider überall in China versuchen die Leute auch hier zu etwas Geld zu kommen. Für jede Leiter müsse ein paar Yuan entrichtet werden – sehr ärgerlich! Möchte man jedoch nicht denselben Weg zurück gehen wie man gekommen ist, bleibt einem nichts anderes übrig, als den Einheimischen das Geld zu geben. Ist uns aber ehrlich gesagt immer noch lieber, als die Eintrittsgebühr zu bezahlen, welche direkt dem Staat zugespült wird.

Mit dem Bus fahren wir noch gleichentags nach Lijiang wo wir uns für 2 Tage niederlassen. Lijiang stand nie wirklich auf unserer Must-See-Liste und wären wir nicht von der Tigersrpungschlucht gekommen, hätten wir hier wohl auch keinen Halt eingelegt. Lijiang ist unglaublich touristisch, ja fast schon künstlich und die Altstadt besteht ausschliesslich aus Restaurants, Souvenirshops mit unglaublich nervigen Trommeln und Schmuckläden. Wir verbringen hier zwei Tage um etwas zu entspannen und machen während dieser Zeit nicht wirklich viel…darf ja schliesslich auch mal sein. 🙂

Unser China-Abenteuer neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Während knapp drei Monaten bereisten wir dieses schöne, spannende aber auch anstrengende Land. Die Zeit hier war schön – wir sind nun aber definitiv bereit für eine Veränderung und so machen wir uns auf den Weg nach Kunming von wo aus wir den Nachtzug nach Hekou an die Grenze zu Vietnam nehmen. Ein weiteres Kapitel geht zu Ende, ein neues beginnt…wir sind jedenfalls gespannt was uns erwartet! 🙂

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