Von Guilin nach Dazhai – Reise zu den Drachenknochen-Reisterrassen

Nach erholsamen Tagen in Xingping führt uns unser Weg weiter nach Guilin. Die erste Oktoberwoche (ja unser Blog hinkt etwas hinterher) steht kurz bevor, was bedeutet, dass ca. 1.3 Mrd. Chinesen gleichzeitig Ferien haben (National-Holidays) und diese Zeit nutzen um das eigene Land zu bereisen. Züge und Busse sind normalerweise ausgebucht, sämtliche touristischen Orte hoffnungslos überfüllt und die Preise für Unterkünfte steigen aufs 3 bis 4-fache des üblichen Preises an. Wir suchen uns daher einen Ort wo wir diese Woche einigermassen gut überbrücken können und entscheiden uns für Guilin.

Mit dem Bus fahren wir in ca. 2.5 Stunden von Xingping nach Guilin. Die Tage in Guilin verbringen wir mehrheitlich mit Stadtspaziergängen, Marktbesuchen, Barbecue im Hostel, Lesen etc. Das Wada Hostel, etwas ausserhalb des Stadtzentrums gelegen, ist der perfekte Ort dafür. Im Hostel lernen wir zudem einige tolle Leute kennen, mit welchen die Zeit wie im Flug vergeht. Guilin besteht ausschliesslich aus „Sehenswürdigkeiten“ wofür man viel Geld liegenlassen kann. Wir suchen einmal mehr kostengünstige oder gar kostenlose Orte, welche besucht werden können und bekommen den Tipp auf einen naheliegenden Hügel (Name ist uns leider entfallen) zu steigen. Mit zwei Holländern, die wir im Hostel kennengelernt haben, steigen wir auf den Gipfel und geniessen den Sonnenuntergang.

Guilin hat aber auch wirklich Skurriles zu bieten. Während wir durch die Stadt schlendern, kommen wir an einem Brunnen vorbei. Wir staunen nicht schlecht als wir sehen wie Leute (ja auch Erwachsene!) Fische im Brunnen mit kleinen Schoppenflaschen füttern und dafür auch noch Geld bezahlen – echt schräg diese Chinesen!

Unser Stopover in Guilin hat jedoch nicht nur den alleinigen Grund die Ferienwoche zu überstehen, vielmehr möchten wir die Drachenknochen-Reisterrassen rund um Dazahi besuchen. Mit dem Bus fahren wir hoch zu den Longji Reisfeldern. Uns trifft anfänglich fast der Schlag als wir einmal mehr vor einer wohl erst vor kurzem eröffneten Seilbahn stehen. Glücklicherweise haben wir uns für ein einfaches Hostel etwas weiter oben im Dorf Tiantouzhai und somit etwas weiter weg von den Touristenmassen entschieden. 40 Minuten dauert der Aufstieg und wir sind einmal mehr beeindruckt – noch nie haben wir derart goldig leuchtende Reisfelder gesehen. Der Reis wird normalerweise im Oktober geerntet, kurz vorher werden die Felder Golden. Dennoch, die Seilbahn inmitten dieser wunderschönen Terrassen trübt das Bild gewaltig.

Unser Hostel ist ein kleines, in die Jahre gekommenes Holzhaus, welches aber seinen ganz eigenen Charme versprüht. Fliessend Wasser gibt es nur von 7:00 bis 10:00 Uhr morgens und abends – warmes Wasser ist nicht immer garantiert. Wir fühlen uns sofort wohl und geniessen die Abende auf der Terrasse mit Blick auf die Reisfelder. Die meisten Leute kommen für einen Tagesausflug hierher oder übernachten nur eine Nacht hier oben. Wir haben uns bewusst für drei Nächte entschieden und sind froh ein bisschen mehr Zeit für diese schöne Gegend zur Verfügung zu haben.

Wenn immer möglich möchten wir die Umgebung etwas abseits der Touristenpfade erkunden. Aus diesem Grund haben wir uns vorgenommen eine kleine Wanderung ins ca. 4 Stunden entfernte Ping’an zu unternehmen. Wir verlassen das leider doch etwas touristische Tiantouzhai und wandern in Richtung Ping’an. Kaum hat man das Dorf hinter sich gelassen, ist man wieder ganz für sich allein. Wir wandern über normale Naturwege (ja gibts tatsächlich in China!) vorbei an Reisfeldern, durch das Dorf Zhongliu. Es ist wahrlich einer der schönsten Wanderungen, welche wir bisher in China unternommen haben. Auf einigen Reisfeldern hat die Ernte bereits begonnen. Wir beobachten die Bauern bei der unglaublich harten Arbeit und bekommen dennoch immer mal wieder ein freundliches Lächeln zurück. Ja, so haben wir uns das Ganze vorgestellt!

Leider trügt der Schein auch hier. Wir spazieren an diversen Feldern vorbei die heute brach liegen. Viele Bauern pflanzen keinen Reis mehr an. Stattdessen leben sie hauptsächlich vom Tourismus – aber wen wunderts…! Die Gegend wird für die grossen Touristenmassen vorbereitet. Es werden mehrspurige Strassen den Berg hoch gebaut und gleichzeitig die wunderschöne Natur zerstört. Uns scheint so, als ob hier in einigen Jahren eine kleines Disneyland enstehen soll.

Wir gehen weiter den Weg entlang bis nach Ping’an. In besagtem Dorf bekommen wir einmal mehr die Auswirkungen der chinesischen Tourismusindustrie zu Gesicht. Wir befinden uns wieder einmal inmitten einer Buntkappen-Metropole und machen daher nur einen kurzen Rundgang durchs Dorf um schnell wieder zurück zu den noch“ kleinen Oasen“ entlang des Weges zu gelangen.

Wir sind froh diesen Ort jetzt, bevor dieser von den Massen überrannt wird, besucht zu haben und verbrachten eine wunderbare Zeit in der wunderschönen Umgebung von Dazhai.

Ein Gedanke zu “Von Guilin nach Dazhai – Reise zu den Drachenknochen-Reisterrassen

  1. Wow echt super schöni Bilder vo de Riisterasse! 🙂 bi üs im früehlig sinds leider nur Erdlöcher gsi und es paar mit Wasser gfluetet…

    Au da mit de Fisch het üs amüsiert 🙂

    Gruess us Korea und viel Spass eu in Indonesie!

    Peter und Stephi

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