Huangshan – Reise zu den Yellow-Mountains

Die Chinesen sagen, wer die Gipfel des Huangshan einmal bestiegen hat, möchte keinen anderen Berg mehr erklimmen. Manche halten diesen Berg gar als einer der schönsten in ganz China. Wir möchten uns dieses Highlight natürlich nicht entgehen lassen und reisen in die Provinz Anhui um uns selber ein Bild dieses Gipfels machen zu können.

Knappe 6 Stunden benötigt unser Bus um uns von Hangzhou nach Tangkou zu bringen. Tangkou ist ein kleines Bergdörfchen in der Provinz Anhui inmitten der Yellow Mountains perfekt am Fusse des Huangshan gelegen. Wir sind hauptsächlich für die Besteigung des Huangshan hierher gereist. Da es aber leider nach wie vor ununterbrochen (ja wirklich 2 Tage  ohne Unterbruch!) regnet beschliessen wir die Besteigung zu verschieben und uns zuerst die Umgebung etwas genauer anzuschauen.

Wir fahren in das nahe gelegene Emerald-Valley sowie zu den Nine-Dragon-Wasserfällen. Das Tal zeigt sich in einer wunderschönen mit Bäumen geschmückten Umgebung. Wir können es uns nur in Gedanken ausmalen wie sich die Landschaft in strahlendem Sonnenschein zeigen würde. Mit Regenjacke und Schirm bewaffnet wandern wir durch das Tal. Aufgrund des starken Regens der letzten Tage sind die Pegel angestiegen und daher nicht alle Wege passierbar. Die reissenden Wassermassen machen uns einmal mehr deutlich welch unglaubliche Kraft die Natur, resp. Wasser haben kann.

Am Nachmittag statten wir dem Dorf Chengkan einen Besuch ab. Chengkan, früher als Longxi bekannt, entstand in der östlichen Han-Dynastie (25 n. Chr. – 220 n. Chr.), zählt heute 2800 Einwohner und gehört zu den Huizhou Dörfern. In diesen Dörfern lebten einst höchst erfolgreiche Kaufleute, die mit Holz, Tee und Salz handelten. Mit 1800 Jahren auf dem Buckel ist dies ein Bergdorf mit viel Geschichte. Da Chengkan nie in kriegerische Handlungen involviert war, sind die meisten Gebäude bis heute sehr gut erhalten. Es liegt wunderschön inmitten einer atemberaubenden Berglandschaft. Aufgrund der tief liegenden Wolkendecke bekommen wir davon aber leider nicht viel mit. Dennoch versprüht dieser Ort einen einzigartigen Charme. Wir spazieren durch die Gassen und freuen uns über jedes Lächeln das wir von den mehrheitlich älteren Bewohnern zurückbekommen.

Aufgrund der Wettervorhersage haben wir uns für die Besteigung des Huangshan den letzten möglichen Tag ausgesucht. Die meisten Touristen übernachten einmal auf dem Gipfel um morgens in der Früh den Sonnenaufgang zu beobachten, was ein wunderschöner Anblick sein muss. Uns war dies schlicht zu teuer und aufgrund des Wetters verpassen wir diesbezüglich wohl auch nicht allzu viel. Vom Personal im Hostel wird uns eine mehr schlechte als rechte Karte mitgeben und die Route vorgängig nochmals erklärt. Gemäss deren Aussagen und chinesicher Zeitrechnung wird es uns zeitlich nicht reichen die östlichen Treppenstufen hochzusteigen, oben die Umgebung zu erkunden und anschliessend die westlichen Stufen wieder runterzuklettern. Wir entscheiden uns daher für einmal vernünftig zu bleiben, diesem Rat zu folgen und für den Aufstieg für einmal die Gondelbahn zu nehmen. Natürlich hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass Auf- und Abstieg zu Fuss in einem Tag  wohl ohne Probleme machbar gewesen wären…

Der Wecker klingelt früh morgens – um 06.30 Uhr marschieren wir los. Ein Shuttlebus bringt uns zur Gondelbahn – unser Startpunkt. Bereits die Fahrt mit der Gondel gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf das was uns auf dem Gipfel erwarten wird. Imposante Felswände, steil abfallende Klippen und karge Vegetation kommen durch die Nebelschwaden immer mal wieder zum Vorschein. Der Nebel hängt hartnäckig an den Gipfeln, sodass wir oben angekommen von der Umgebung leider nicht viel sehen. Die Wege  auf dem Huangshan schlängeln sich über die verschiedenen Gipfel – von der Aussicht jedoch bekommen wir so ziemlich gar nichts mit. Wir entscheiden uns daher für einen Abstieg in einen Canyon. Eine gute Entscheidung wie sich herausstellt, denn hier zeigen sich erstmals die imposanten Felswände des Huangshan. Die Treppen und Wege wurden an, nicht in den Berg gebaut. Die Besteigung des Huangshan ist nichts für nicht-schwindelfreie Menschen, zu welchen ich leider gehöre. Ich habe definitiv mit dem Abstieg zu kämpfen dennoch entlohnt die wunderbare Aussicht für die Mühen und bangen Momente während der Wanderung. Trotz nicht wirklich schönem Wetter verbringen wir einen wunderschönen Tag und zählen dieses Erlebnis definitiv zu einem Highlight unserer Reise.

2 Gedanken zu “Huangshan – Reise zu den Yellow-Mountains

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