Pingyao – ein Blick in die Vergangenheit

„Pingyao ist einfach fantastisch: Die Stadt hat die besterhaltenste Stadtmauer im gesamten Land. Alle, die schon einige Tausend Kilometer quer durch China zurückgelegt haben, werden bezaubert sein von den jahrtausendealten Reizen der Stadt, Reize die anderswo im Reich der Mitte langsam verblassen oder für immer verloren gegangen sind.“ So lauten die ersten Zeilen in unserem Reisführer über Pingyao. Die Erwartungen sind somit riesig als wir nach einer relativ kurzen aber dennoch erholsamen Nacht im Zug den Bahnhof von Pingyao erreichen. Wir freuen uns auf eine Stadt, welche noch etwas altertümliches an sich hat, in welcher die Zeit etwas stehengeblieben ist und die Hektik, welche in China allgegenwärtig zu sein scheint, noch nicht Einzug gehalten hat.

Die Menschen auf den Strassen nicken und winken uns freundlich zu, während wir unsere Backpacks durch die Gassen hieven. Es ist leicht den Weg zu finden. Die Strassen verlaufen alle parallel und die ganze Innenstadt wird von einer rund sechs Kilometer langen Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert „umzäunt“. Unser Hostel liegt inmitten des alten Teils von Pingyao in einem wunderschönen alten Gebäude mit einem noch schöneren Innenhof. Der erste Eindruck stimmt uns positiv.  Für die Zeit in Pingyao haben wir uns für einmal nichts vorgenommen. Wir möchten das Städtchen und das Leben, dass darin stattfindet einfach auf uns wirken lassen.

Pingyao ist eine Kleinstadt – innerhalb der Stadtmauern leben etwa 40’000 Menschen. Doch auch hier hat der Tourismus bereits seine Spuren hinterlassen. Kleine Restaurants, welche in etwa alle dasselbe anbieten, Souvenirshops, und sonstige Verkaufsstände säumen die Hauptstrassen des Städtchens. Alleine ist man auch hier nicht. Die Massen strömen durch die Gassen. Bewegt man sich aber nur ein klein wenig Abseits des Hauptgeschehens, bekommt man das zu sehen, was uns der Reiseführer verspricht. Die Stadt bietet dort nämlich tatsächlich einen Blick in eine längst vergangene Zeit, denn die kleine Handelsstadt sieht heute noch genau so aus, wie fast alle chinesischen Städte vor 300 Jahren. Das diese Stadt heute noch so gut erhalten ist, verdankt sie jedoch nicht dem Schutz der lokalen Regierung. Als die kommunistische Herrschaft in China Einzug hielt, begannen alle chinesischen Städte, die Stadtmauern und engen Gassen abzureissen, um dem Verkehr Platz zu machen. Pingyao war damals schlicht zu arm diesem Beispiel zu folgen.

Pingyao zeigt sich uns nicht ganz so, wie der Reiseführer den Ort beschreibt. Dennoch strahlt Pingyao einen gewissen Charme aus und falls man möchte, kann man der Hektik relativ schnell und einfach entfliehen. Ein spezieller aber dennoch wunderbarer Ort!

2 Gedanken zu “Pingyao – ein Blick in die Vergangenheit

  1. Hallo Zusammen
    Ich finde Eure Reiseberichte wirklich toll – ist immer wieder mal eine spannende Mittagslektüre 🙂
    Ich wünsche Euch weiterhin spannende und tolle Erlebnisse.
    Gruessli us Basel
    Babsi

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