Nihao Peking!

Nach rund 2 Wochen Mongolei wird es Zeit für uns weiter gen Osten zu ziehen. Die Mongolei verlassen wir mit einem lachenenden sowie mit einem weinenden Auge. Wir freuen uns riesig auf China, haben in der Mongolei jedoch eine derart spannende Zeit verbracht, dass es uns nicht ganz leicht fällt das Land hinter uns zu lassen.

 

Die Fahrt nach Peking bedeutet zugleich die letzte Etappe der transmongolischen Eisenbahn. Wir verbringen eine letzte Nacht im Zug bevor wir in Peking ankommen. Der Zug fährt ein, wir packen unsere Rucksäcke und starten ins Abenteuer China. Peking begrüsst uns fast genauso wie wir es uns vorstellten – laut, eng und heiss! Auf dem Bahnhofsplatz tummeln sich gefühlte 20 Mio. Menschen. Wir müssen uns erstmals orientieren – es wird geschubst und gedrängt, unmöglich einen klaren Kopf zu bewahren. Wir entscheiden uns daher erstmals unseren Mägen etwas gutes zu tun und kehren zum Lunch ein. Das Metro-System in Peking ist relativ einfach. Glücklicherweise ist in dieser Stadt zudem sehr viel in englischer Sprache angeschrieben, sodass uns die Orientierung relativ leicht fällt. Unser Hostel liegt inmitten eines Hutong-Viertels (Hutong = enge Gasse/traditionelle Wohnbebauung). Wir merken bereits auf dem Weg zum Hostel wie alle  Blicke auf uns gerichtet sind. Eine Gegebenheit in China an welche wir uns definitiv noch gewöhnen müssen. Tatsächlich sehen wir auch fast keine „westlich-aussehenden“ Menschen auf der Strasse.

Für Peking haben wir eine Woche Zeit eingeplant. In dieser Zeit wollen wir nicht nur die Stadt besichtigen, vielmehr noch müssen wir unsere weitere Reise planen und organisieren. Schnell wird leider klar, dass wir uns das ganze wohl etwas zu einfach vorgestellt hatten. In China ist zurzeit Ferienzeit, was das Planen unserer weiteren Reise erheblich erschwert und beeinträchtigt. Die Züge sind fast komplett ausverkauft, weshalb wir unsere Pläne etwas ändern müssen und nun ein Wenig im Zickzack durch das Land reisen. Tja, wer spontan sein will muss manchmal in den sauren Apfel beissen ;-).

Während der restlichen Zeit in Peking ist Touristenbüez angesagt. Als erstes besichtigen wir die verbotene Stadt und obwohl wir sonst immer sehr früh auf den Beinen sind, schaffen wir es diesmal nicht vor 10:00 Uhr dort zu sein – ein Fehler! Tausende Chinesen drängeln sich durch den Eingang und durch die zig Security-Checks – wir lernen mehr und mehr unsere Ellbögen einzusetzen und die schweizerische Zurückhaltung etwas abzulegen. Eines haben wir nämlich sehr schnell gelernt, mit Höflichkeit und Zurückhaltung geht man in China unter. Die verbotene Stadt an sich muss man wohl einmal gesehen haben, umgehauen hat sie uns aber nicht. Es tummeln sich viel zu viele Leute in dieser von Mauern umschlossenen Anlage. Die Ausmasse des Bauwerks sind jedoch enorm. In der verbotenen Stadt regierten und lebten die chinesischen Kaiser der Dynastien Ming und Qing bis zur Revolution 1911. Für das Volk war die verbotene Stadt bis 1924 nicht zugänglich. Gleich gegenüber befindet sich der Tiananmen-Platz – der wohl bekannteste Platz Chinas und zugleich der grösste öffentliche Platz der Welt. Dennoch wird auf dem Platz alles kontrolliert. Man gelangt nur über spezielle Eingänge mit Security-Checks auf den Platz und die Polizeipräsenz ist enorm. Auf dem Tiananmen-Platz steht man im symbolischen Zentrum des chinesischen Universums.

 

Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen entscheiden wir uns für den Besuch der chinesischen Mauer für einen etwas abgelegeneren Ort. Badaling ist der wohl bekannteste und daher auch der am stärksten durch den Tourismus geprägte Abschnitt – für uns daher definitiv keine Option. In der Mongolei bekamen wir den Tipp nach Jhinshanling zu reisen. Man soll angeblich fast alleine sein – genau das was wir suchen! Zwar bietet unser Hostel Touren an, welche ebenfalls an diesen Ort fahren, wir entscheiden uns aber die Mauer auf eigene Faust zu erkunden und nahmen daher den öffentlichen Bus. Obwohl eine Seilbahn hoch zur Mauer fährt, begegnen wir nur wenigen Menschen auf der Mauer. Der Mauerabschnitt rund um Jhinshanling ist nur teilweise restauriert, der Verfall der Mauer ist daher deutlich zu sehen. Der Ausblick ist wunderschön und obwohl die Sonne von Wolken verdeckt wird, schwitzen wir was das Zeug hält. Unsere 4-stündige Mauerwanderung hat es in sich – die Mauer schlängelt sich die Hügelkämme hoch und runter. Wir wandern zwar nur über einen kleinen Teil der Mauer, dennoch haut uns das Ausmass dieses Bauwerkes um.


Wir entscheiden uns die restlichen Tage etwas gemütlicher anzugehen und besuchen u.a. den Sommerpalast um ein wenig am See zu verweilen. Nebst dem Besuch der chinesischen Mauer ist unser persönliches Highlight aber wohl das Erkunden der Stadt auf dem Drahtesel. Wir mieten ein Fahrrad und fahren einen Tag lang durch die Gassen von Peking (Hutongs). Man fühlt sich in diesen Vierteln mehr in einem Dorf als in einer Millionenstadt. Das Leben findet mehrheitlich auf den Strassen statt und Hektik kommt so gut wie nie auf. Leider versucht die Regierung immer mehr dieser Hutongs abzureissen um neue, moderne und grössere Bauten zu errichten. Wie wir von einer Chinesin erfahren, wird den Menschen dort eine stolze Summe Geld sowie bis zu 5 Wohnungen angeboten, damit die Leute ihr zu Hause verlassen.


Peking beschert uns und einen guten Start in unser China-Abenteuer. Wir treffen auf verschiedenste Menschen – verbringen wunderbare Abende mit Ihnen und gewöhnen uns langsam aber sicher an die etwas andere Welt. China ist anders – und wir fühlen uns anders. Nicht selten werden wir fotografiert, meist heimlich, es kommt aber auch vor, dass uns die Leute nach einem Foto fragen. Wir lassen uns treiben, entspannen uns langsam trotz der Menschenmassen und freuen uns auf das weitere China.

Ein Gedanke zu “Nihao Peking!

  1. Liebe Irene und Dominique
    Herzlichen Dank für euren Bericht.Mit den Fotos und dem Bericht fühlen wir fast wie dabei zu sein.So können wir uns gut vorstellen wie es euch geht.Wir sind gespannt wohin die Reise geht.Alles Gute und gute Gesundheit und bis zum nächsten Blog.
    Mama und Köbi

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